zur Navigation springen

Museum Langes Tannen : Denkmalschutz ist sehr teuer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Langes Tannen ist der Stadt lieb und teuer und Erbe verpflichtet nun einmal. Dass der Unterhalt des vor inzwischen mehr als 30 Jahren geerbten Ensembles alles andere als günstig ist, weiß man in der Stadt schon lange. Und wenn es finanziell kneift, dann tut diese Tatsache doppelt weh.

shz.de von
erstellt am 19.Aug.2015 | 17:52 Uhr

Schon seit geraumer Zeit wurde verwaltungsseitig darüber nachgedacht, das Herrenhaus mit frischer Farbe zu versehen. Und das auch, um die Auflagen der Denkmalschutzbehörde in Pinneberg zu erfüllen. Dort hatte man nämlich festgestellt, dass der Anstrich den heutigen Anforderungen an den Denkmalschutz nicht mehr genügt. Das Problem: Der verwendete dauerelastische Fassadenschutz, der früher denkmalschutzrechtlich kein Problem darstellte, wurde für problematisch erklärt. Denn bei dauerelastischen Farben sind, bei alten Gebäuden, Bauschäden nicht auszuschließen.

Städtische Gelder standen für diese Renovierung nicht zur Verfügung. Nach Schätzungen musste mit einer hohen fünfstelligen Summe gerechnet werden. Wie gut, dass das Museum über einen Förderverein verfügt. Und wie gut, dass dieser kürzlich eine stattliche Erbschaft antreten konnte. Auch der Förderverein hielt es für notwendig, sich mit dem Thema Fassadenneugestaltung zu befassen. Der Stein kam ins Rollen. Mit der Denkmalschutzbehörde in Pinneberg einigte man sich schließlich darauf, zunächst die Westseite zu sanieren. Von Anfang an war klar: Das bloße Anstreichen reicht nicht aus.

Vielmehr musste zunächst die alte Farbschicht abgetragen werden. Auch den Putz galt es abzuschlagen. Die Ausschreibung gewann die Uetersener Malerei Riewesell, die diese Arbeiten auch erledigte. Dabei kamen Bausünden von einst zum Vorschein. So war das Gesims mit Kälberzahnleiste einst repariert worden, aber mit Holz. Diese Teile gingen beim Freilegen des Mauerwerks nun verloren und mussten von einem Stuckateur fachgerecht ersetzt werden. Auch diese Arbeiten erfolgten in enger Absprache mit dem Denkmalamt des Kreises.

Schließlich konnten mineralischer Putz und mineralische Farbe im ebenfalls abgesprochenen Ton aufgetragen werden. Nicht vergessen werden darf dabei das Einbringen eines Glasfasergewebes zur Rissüberbrückung. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen worden. Die Bauabnahme war mängelfrei, dennoch soll nun ein Jahr gewartet und erst dann mit der Ausschreibung der drei übrigen Wände begonnen werden. Auch darauf einigte man sich in Uetersen mit der Denkmalbehörde.

Die Kosten für die Teilrenovierung belaufen sich auf rund 20000 Euro. Der Förderverein hat die Rechnungen inzwischen auch beglichen. Der Dank der Stadt ist dem Verein sicher. Ein großes Dankeschön richtete Bürgermeisterin Andrea Hansen an die Förderer. Ebenso erfreut zeigte sich Testamentsvollstrecker Helmut Dieterich bei einem Ortstermin. So könne es jetzt weitergehen.

Ob der Förderverein auch die weiteren Kosten übernimmt, wird noch zu beraten sein.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert