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Uetersener Nachrichten

20. November 2017 | 20:13 Uhr

Bleeker Park : Den Vertrag verletzt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was sagt die Klosterkirchengemeinde zu dem Vorgehen der Stadt? Wie beurteilt der Vertragspartner die Zerstörung der alten Grabsteine und damit das bis zu 600 Jahre alte Kulturgut? Pastorin Kirsten Ruwoldt sagte gestern im UeNa-Gespräch, dass man vorab über das Tun nicht informiert worden sei. Sehr deutlich spricht die Pastorin an der Gemeinde von einem vertragswidrigen Vorgehen. Eine rechtliche Bewertung wollte sie gestern nicht abgeben, dafür seien die staatlichen Stellen zuständig. Schon der Abtransport der alten Grabsteine aber hätte mit der Kirche abgesprochen werden müssen.

shz.de von
erstellt am 15.Jun.2015 | 19:25 Uhr

Weil die Steine inzwischen zerstört worden seien, sei der Schaden nicht mehr reparabel. Insofern wolle sie auch keine unnötige Schärfe hineintragen. Es handele sich um ein falsches Vorgehen, was nicht hätte geschehen dürfen. Höflich formuliert drücke die Gemeinde ihr Bedauern darüber aus. „Mir tut es um die betroffenen Familien Leid“, so Kirsten Ruwoldt. Betroffen sind all die Familien, deren Angehörige auf den Grabsteininschriften verewigt worden waren.

Die endgültige rechtliche Bewertung des Landesamtes für Denkmalpflege wird noch einige Tage in Anspruch nehmen, das hat Oliver Carstens, Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf Anfrage mitgeteilt. Von der Kieler Antwort der Kreisanfrage wird auch abhängen, ob es sich bei der Beseitigung um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Unabhängig von der rechtlichen Einstufung seien die Grabsteine aber auf jeden Fall denkmalwürdig gewesen, so Carstens.

„Das Kind ist hier ja leider eindeutig in den Brunnen gefallen. Da die Steine nach unseren Informationen auch bereits beseitigt sind, scheidet somit auch eine Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes oder eine andere Art der Schadensbegrenzung aus. Auch ein eventuell noch einzuleitendes Bußgeldverfahren bringt natürlich leider keinen einzigen Stein wieder. Vom Landesamt für Denkmalpflege in Kiel haben wir den Hinweis erhalten, dass dieser Vorfall –leider- sehr gut aufzeigt, dass solche Kulturstätten gepflegt und erhalten werden müssen, gerade um diese viel mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Möglicherweise ist dieser Vorfall dazu angetan, um die seit Jahren laufenden Überlegungen für eine Neugestaltung des Cäcilie-Bleeker-Parks voranzubringen“. Der Kreispressesprecher bezieht sich dabei auf eine Begehung des rund einen Hektar großen Parks in den Jahren 2006 und 2014. Nicht auf aktuelle Uetersener Überlegungen, den Park als Laufstrecke für das benachbarte Gymnasium frei- oder einen Teil an das LMG abzugeben. Solche Überlegungen hat Pinneberg 2014 bereits abgelehnt.

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