Handball : Den Sieg verschenkt

Nach dem völlig verpatzten Hinspiel (18:29-Heimpleite am 17. September 2011) wollten sich die 2. Herren des TuS Esingen am Sonnabendnachmittag beim FC St. Pauli II revanchieren. Die St. Paulianer begannen wie im Hinspiel mit dem Versuch, durch das Ausspielen der körperlichen Überlegenheit des größten Teils ihres Teams den Gegner einzuschüchtern. „Das gelang aber nicht, denn es entwickelte sich ein enges Spiel“, berichtete TuS-Betreuer Hans-Günter Voß. Durch ein gutes Auge für ihre Mitspieler konnten sich die Gäste immer wieder Chancen heraus arbeiten, von denen Mathias Neumann eine zur 3:4-Führung nutzte (8.).

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30. Januar 2012, 21:23 Uhr

Bis zum 6:6 folgte Tor um Tor, ehe die Esinger zwischen der zehnten und 15. Minute eine kollektive Tiefschlafphase hatten. In dieser Zeit konnten sich die Hausherren, obwohl nach einer Zeitstrafe in Unterzahl agierend, auf drei 9:6 absetzen. TuS-Trainer Dennis Rose beorderte daraufhin Sascha Kreckwitz ins Tor und Daniel Hülsemann in den linken Rückraum; dies sorgte für mehr Druck im Angriff der Tornescher, die nach 25 Minuten wieder führten (14:15). „Doch durch viel zu viele überhastete und unkonzentrierte Aktionen im Angriff und in der Deckung gelang es uns nicht, uns abzusetzen“, klagte Voß. Kreckwitz parierte in seiner viertelstündigen Einsatzzeit zwei Siebenmeter – aber auch dies nutzte nichts: Zur Halbzeit führte der Kiez-Klub mit 17:16. Nach der Pause gab es dann eine Phase, in der es den Esingern gelang, durch gute Deckungsarbeit Gegentore zu verhindern und dafür vorne selbst Erfolgserlebnisse zu haben. Auf das 19:19 (39.) folgte das 19:20, wieder durch Hülsemann. Die St. Pauli- Spieler liefen sich nun immer wieder in der TuS-Deckung fest oder produzierten selbst Fehler mit Ballverlusten. So führten die Esinger erstmals mit zwei Toren (23:25/49.).

Dann begann bei St. Pauli II die Phase des Lamentierens und Reklamierens. Voß: „Leider war unser Team nicht abgeklärt genug, sich von diesem Verhalten nicht anstecken zu lassen!“ In der 55. Minute war die Führung weg (27:27); nach einer unsportlichen Aktion gegen Tobias Lißner, die von den Referees nicht geahndet wurde, ließ sich Bastian Geertz im Gegenzug zu einer ebenso unfairen Attacke hinreißen, die bestraft wurde. St. Pauli nutzte die Überzahl zur Führung, die durch einen weiteren technischen TuS-Fehler auf 29:27 ausgebaut wurde. Die Esinger verkürzten auf 29:28 und hatten in der Schlusssekunde die Chance zum Ausgleich – aber mit dem fünften verworfenen von insgesamt sechs Siebenmetern wurde die große Möglichkeit, wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen, sträflich ausgelassen. Voß: „Das war ein Spiel, in dem die spielerisch bessere Mannschaft den Sieg letztlich verschenkt hat!“

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