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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 07:42 Uhr

Imkerverein : Den Bienen das Überleben sichern

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Wie ist dem massenhaften Bienensterben beizukommen? Um Antworten zu finden, sind die Fachleute des Moorreger Bienenmuseum vom SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann mit seiner Parteifreundin Kirsten Eickhoff-Weber an einen Tisch gebracht worden. Die Neumünsteranerin sitzt im Kieler Landtag und ist agrarpolitische Sprecherin ihrer Fraktion.

shz.de von
erstellt am 14.Jul.2013 | 18:03 Uhr

Auslöser sei die Varroamilbe, erklärt der Vorsitzende des Imkervereins Uetersen, Hans-Hermann Ossenbrüggen. Seit 1983 habe sie sich immer weiter ausgebreitet. Nur in Australien gibt es den Schmarotzer noch nicht, der die Bienen und die Brut befällt. Mit Ameisensäure lasse sich die Varroamilbe eigentlich gut bekämpfen, so Ossenbrüggen. Ab Ende Juli, wenn die Honigernte vorbei sei, könnten die Völker in ihren Stöcken behandelt werden. „Aber es müssten alle gleichzeitig machen“, so Ossenbrügen. Und bei der Abstimmung hapert es.

Das Problem sehen die Experten in den vielen Hobbyzüchtern, die manchmal nur mit einer Bienenkiste auf dem Balkon oder im Garten arbeiteten. Ihnen fehlt das Wissen. „Man muss mit den Bienen leben“, erklärt der Vereinskassierer Wilhelm Finck. 176 Hobby- und drei Berufsimker gibt es im Kreis. 2449 Völker leben hier, einige werden von auswärtigen Imkern im Landkreis gehalten. Stecke eine Wabe voller Varroamilben, würden die Bienen flüchten und sich anderen Völkern anbetteln, so Ossenbrüggen.

„Das Imkerwissen in Schleswig-Holstein muss verbessert werden“, steht für Kirsten Eickhoff-Weber fest. Die Arbeit der Imkerschule in Bad Segeberg sehen die Moorreger kritisch. Sie orientieren sich lieber an den Bieneninstituten in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

Es gibt noch einen weiteren Grund für den derzeitigen Überlebenskampf der Insekten. „Früher blüte es auf den Äckern“, so Finck, „heute wird alles tot gespritzt.“ Deswegen begrüßen die Imker das erst einmal zeitlich begrenzte Verbot einiger Pflanzenschutzmittel. Von Vorteil für die Bienen sind aus ihrer Sicht auch die für Schleswig-Holstein typischen Knicks.

Ossenbrüggen und Finck rufen aber auch die Bürger auf, sich für die winzigen Flattermänner einzusetzen. „Wir brauchen eine Blütenvielfalt über die ganze Saison“, so Ossenbrüggen. In Baumärkten gebe es Samen für eine Bienenweide. Wer sich weiter informieren will, kommt ins Moorreger Museum, Klinkerstraße 82. Die Experten geben ihr Wissen immer am zweiten und vierten Sonntag im Monat zwischen 14 und 18 Uhr weiter, das nächste Mal also am 28. Juli.

In die Verantwortung nehmen die Imker aber auch die Kommunalpolitiker. Die müssten sich für Knicks und die richtige Bepflanzung einsetzen, so Ossenbrüggen. „Stattdessen wird platt gemacht und anschließend Kirschlorbeer gepflanzt“, berichtet der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Mahnke. www.imkerverein-uetersen.de

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