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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 07:19 Uhr

Dogus Theater : Den Alltag kritisch betrachten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Sie sind nur eine kleine Gruppe, aber sie leisten Großes: Das Ensemble des Interkulturellen Dogus-Theaters besteht im Kern aus nur wenig mehr als einer Handvoll Menschen, die jedes Jahr wieder vor Beginn der neuen Saison in den Integrationskursen des Einwandererbundes (EWB) nach Mitstreitern suchen.

shz.de von
erstellt am 14.Sep.2014 | 22:13 Uhr

Ziel ist es, denen, die noch nicht lange in Deutschland leben, Gelegenheit zu geben, ihre Sprachkenntnisse anzuwenden und sich dabei ihren Mitmenschen zu öffnen. Dass sie es auf diesem anstrengenden Weg immer wieder schaffen, ein neues, zumeist sozialkritisches Stück auf die Bühne zu bringen, spricht für ihre unerschütterliche Beharrlichkeit. Jetzt stehen die Proben zu ihrem neuen Stück „Die Zeit“ von Eckhardt Klages kurz vor dem Abschluss. Was als Komödie daherkommt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund, denn Thema ist der Umgang des modernen Menschen mit seiner Zeit.

Wie gewichtet das Individuum die Zeit, wie erlebt und betrachtet es sie. Regisseurin Sandra Jürgens, die mit dem Stück ihren Einstand gibt, greift Alltagsszenen humorvoll und unterhaltsam auf, scheut sich auch nicht, die Skurrilität mancher Situationen wundervoll intelligent auf die Spitze zu treiben.

Dabei steht hinter jeder Szene und jedem Sketch die Erkenntnis, dass Zeit das Leben erst lebenswert macht, und sich jeder gestresste Mensch doch nichts sehnlicher wünscht, auch wenn es allgemein inzwischen als fast unschicklich gilt, über freie Zeit zu verfügen. Premiere feiert das Stück am 20. September um 19 Uhr in der Aula der Elmshorner Bismarckschule. Dann wie auch bei den folgenden Aufführungen stehen auf unterschiedlichen Bühnen die Schauspieler Rudolf Ruge, Helga Flöß, Marianne Kähler, Ute Rüting, Gabriele Hildebrandt, Intendant Horst Marn, Hans-Ewald Mertens, Stanley Ikechi, Hellmuth Heine und Marlies Müller. Hintergrund Das Interkulturelle Dogus Theater leitet seinen Namen von dem türkischen Wort für Geburt oder Neuanfang ab. Gegründet wurde es am Welttheatertag vor sechs Jahren, also am 27. März. Die Schauspieler, inzwischen mehrfach für ihr kulturelles Engagement von Kreispräsident Burkhard E. Tiemann ausgezeichnet, sind Amateure und finanzieren ihre Leidenschaft mithilfe des Kreises Pinneberg, der Sparkasse Elmshorn und der Volksbank. Allein auf Basis der Eintrittsgelder wäre ihr Engagement in dem aktuellen Umfang nicht möglich.

In ihren Stücken geht es um Ausgrenzung, Rassismus, Stigmatisierung oder andere Auswüchse im alltäglichen Zusammenleben. „Wir wollen den Menschen einen Spiegel vorhalten“, sagte Intendant Horst Marn, der zu den Gründern der kleinen Bühne gehört. Um möglichst viele Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund einzubinden, nehmen er und die anderen ständigen Mitglieder des Ensembles eine hohe Fluktuation in Kauf. Das aktuelle Stück, für das Regisseurin Sandra Jürgens schon mal drei Herren mittels Bügel an einen Kleiderständer hängt (kleines Foto), ist auch am 21. September in der Bismarckschule zu sehen, dann aber schon um 16 Uhr, außerdem am Freitag, 26. September, 19 Uhr in der Kleinen Stadthalle in Uetersen sowie Sonnabend, 27. September, um 19 Uhr im Kranhaus der Knechtschen Hallen in der Elmshorner Schloßstraße. Vorverkauf durch Musik Hofer sowie Konzert & Event Elmshorn.

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