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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 09:57 Uhr

Gründungstag : Demokratische Wiedergeburt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Pinneberger Kreistag hat Geburtstag: In diesem Monat jährt sich der Tag seiner Neugründung nach dem 2. Weltkrieg zum 70. Mal. Prominente Redner wie der derzeit dienstälteste Kreistagsabgeordnete Hans-Helmut Birke (SPD, 42 Jahre dabei) und Kreispräsident Burkhard E. Tiemann würdigten gestern Abend während eines Festaktes im Pinneberger Ratssaal den demokratischen Neubeginn 1945 als Wiedergeburt und Zeichen der Hoffnung nach der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 21:28 Uhr

Birke attestierte den ersten frei gewählten Abgeordneten eine „zutiefst demokratische Haltung, die auch in den 13 Jahren der Nazi-Herrschaft standgehalten hat“,, würdigte ihren Mut und ihre Entschlossenheit, mit denen sie den Wiederaufbau des Kreises angegangen seien. Der Sozialdemokrat erinnerte aber auch an Walter Damm als ersten frei gewählten Landrat des Kreises Pinneberg und die Integration der Heimatvertriebenen als seine größte Herausforderung. „Damm forderte die Alteingesessenen auf, mit den Heimatvertriebenen zu sprechen, sie kennenzulernen und alles zu tun, um ihr Leben glücklicher zu machen. Welch eine zeitlose Botschaft“, sagte der streitbare Fraktionschef der SPD im Kreistag hörbar bewegt. Kreispräsident Burkhard E. Tiemann bezeichnete das Engagement von Menschen für ein intaktes Gemeindeleben als Grundlage für eine leistungsfähige Selbstverwaltung und damit die Zukunftsfähigkeit des gesamten Landes. „Wir brauchen darum Gemeinden, aus deren Mitte in den örtlichen Institutionen Menschen für die Gestaltung ihres Lebensumfeldes Verantwortung übernehmen“, sagte er. Dazu gehört für Tiemann auch eine solide finanzielle Basis für Städte, Gemeinden und Kreise, um Spielräume für gemeindliches Handeln zu schaffen. „Die Frage der kommunalen Handlungsfähigkeit ist kein Selbstzweck. Es geht um die Verwirklichung von Demokratie“, sagte er.

Tiemann mahnte außerdem eine Kultur des respektvollen Umgangs in der politischen Auseinandersetzung an. Politik setze nicht voraus, dass Menschen einer Meinung seien, aber „wer in der Wahrnehmung politischer Verantwortung die Dimension der Menschlichkeit ausblendet, kann keine Politik für Menschen gestalten.“

Die Feierstunde bildete zudem den Rahmen für den Eintrag von drei Kreis Pinnebergern in das Bürgerbuch als Zeichen der Wertschätzung für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement. Die Ehrung wurde Uwe Staack aus Uetersen, Irene Lühdorff aus Quickborn und Klaus-Jürgen Bahrke aus Pinneberg zuteil. Alles über ihre Verdienste lesen Sie in unserer nächsten Ausgabe.

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