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Bürgermeisterwahl : Delfin- oder Universitätsstadt?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Uetersener Mensa war fast vollbesetzt. Vor etwa 280 Zuhörern stellten sich dort am Mittwoch drei Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am Sonntag, 21. September, vor.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 19:03 Uhr

Andreas Faust (CDU), Bernd Möbius und Steffen Peter (beide parteilos) ließen sich von Moderator Carsten Kock befragen. Bürgermeisterin und Kandidatin Andrea Hansen nahm nicht teil, da die Polizei wegen einer angekündigten Antifa-Aktion gegen Peter zur Absage geraten hatte. Er war bei der jüngsten Kommunalwahl für die NPD angetreten.

Rechtsradikale Parolen blieben jedoch aus. Stattdessen forderte Peter ein Wahlrecht für Ausländer. Für das Bleekerstift hat er eine große Vision: „Es wäre toll, wenn wir es schaffen, dass es genutzt werden kann als Unität.“ Später korrigierte er seine Wortwahl. Er möchte eine „Universität“ gründen, um die Stadt aufzuwerten. Außerdem wolle er mehr Cafés einrichten. Es gäbe in Uetersen keine Möglichkeit, sonntags Kuchen zu essen. Das Café Langes Mühle, das Hotel Am Rosarium und den Bäcker „Nur Hier“ in der FuZo kennt er offensichtlich nicht. Als erste Amtshandlung wolle er die Zahlungen nach Kiel im Rahmen des Rettungsschirms einstellen und die Verträge eingehend prüfen.

Bernd Möbius stellte sich als Hartz-IV-Empfänger vor. „Ich bin der Mann mit den blanken Hosentaschen. Hat den Vorteil: Ich weiß, was sparen heißt.“ Er wolle den Schulzweckverband auf das Ludwig-Meyn-Gymnasium und die Schwimmhalle ausweiten, um Kosten auf Tornesch abwälzen zu können. Das Image als Rosen- und Hochzeitsstadt sei verbraucht. Uetersen solle sich als Umwelthauptstadt des Nordens etablieren. Ausgehend von dem Delfin im Stadtwappen möchte er etwa zu einer Menschenkette gegen die Jagd auf diese Tiere in Japan aufrufen. Der Delfin eigne sich auch gut als Souvenir. Wenn Möbius Bürgermeister wird, wolle er sich als erstes das Stadtwappen tätowieren lassen. Andreas Faust will die Wirtschaftsförderung und die Breitbandversorgung verbessern. Er möchte sich für den Dialog mit Einwanderern, den barrierefreien Ausbau der Stadt und ein Familienzentrum einsetzen. Im Wettbewerb mit den Nachbarn müsse Uetersen herausstellen, welche Verantwortung es für das Umland wahrnimmt. Die freiwilligen Leistungen der Kommune seien zu überprüfen. In einem Bürgerhaushalt könne jeder vorschlagen, wie die Stadt mit ihrem Geld umgehen soll. Wie Möbius sprach sich Faust für eine Verlängerung der Verwaltungsgemeinschaft mit dem Amt Haseldorf aus. Als erste Amtshandlung werde er die Rathausbelegschaft begrüßen.

Rechts- und linksextreme Szene waren anwesend

Das Publikum bemerkte es kaum, aber die rechts- und linksextreme Szene war bei der Kandidatenvorstellung anwesend. Die Polizei identifizierte nach eigenen Angaben 15 Mitglieder der Antifa Elmshorn und sechs Angehörige der rechten Szene. Sie hätten sich teils konspirativ, aber ruhig verhalten. Allerdings zerstachen Unbekannte die Reifen des Fahrzeugs der Rechten. Dass der Abend ruhig verlief, führt Frank Lassen, Leiter der Uetersener Polizeistation, auf die Präsenz von 20 Beamten zurück, die teils uniformiert, teils in Schutzanzügen erschienen.

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