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Orkantief „Xaver“ : Deichsicherheit: Alle an einen Tisch!

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Mit den Auswirkungen des Orkantiefs „Xaver“ haben sich die Mitglieder des Haseldorfer Amtsausschusses während ihrer Sitzung im „Haselauer Landhaus“ beschäftigen müssen. Für sie gibt es Handlungsbedarf, denn Baumstämme sind am Elbdeich angeschwemmt worden. Die Politiker sehen die Deichsicherheit durch das Totholz gefährdet. „Es gibt Stellen, an denen die Grasnarbe durch die Stämme zerstört worden ist“, berichtet Amtsvorsteher Rolf Herrmann (CDU).

Aufgrund der Strömungs- und Windverhältnisse, die Xaver mit sich gebracht hat, geht er davon aus, dass das Totholz vor Haseldorf von Bishorst und die Stämme am Haselauer Deich von der Elbinsel Pagensand stammen. Mindestens fünf Bäume waren es allein in Haselau.

Herrmann will in den kommenden Wochen zu einem Treffen der Verantwortlichen für die Deichsicherheit einladen. Vertreter der Hauptsielverbände aus der Haseldorfer und der Seestermüher Marsch, des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz sowie der Feuerwehren werden von ihm an einen Tisch gebeten. „Diese Leute haben Kompetenz“, steht für den Amtsvorsteher fest. Er möchte von ihnen eine klare Aussage: „Sind das unbegründete Ängste der Bürger oder ist dieses Totholz tatsächlich eine Bedrohung?“

Die Diskussion um die Gefahren dieser Bäume vor dem Elbdeich ist nicht neu. Bereits im Herbst 2012 gab es auf Initiative des Haseldorfer Bürgermeisters Uwe Schölermann (CDU) eine Besichtigung des Kuratoriums für das Naturschutzgebiet. In der danach veröffentlichten Pressemitteilung hieß es: „Bäume im Vordeichbereich sind keine Gefahr für die Deiche.“ Die Begehung fand allerdings im Hetlinger Teil statt.

Im Frühjahr 2013 wendeten sich Bürger an Herrmann in seiner Funktion als Haselauer Bürgermeister. Mehr als 40 Bäume waren im Bereich des ehemaligen Kirchspiels Bishorst umgefallen. Die Marschmer sahen damals genau das voraus, was mit Xaver eingetreten ist. Die Bäume könnten bei einer Sturmflut aufgeschwemmt und gegen den Deich gedrückt werden, wo sie Schäden hinterlassen.

Im Rahmen der UeNa-Recherche ergab sich, dass die Existenz des Totholzes entweder nicht bekannt war oder die Zuständigkeit für das Problem an anderer Stelle gesehen wurde. Nach Xaver hat Herrmann die Erfahrung gemacht, dass der Landesbetrieb nach wie vor kein Problem sieht und die Deich- und Sielverbände sich aus der Diskussion raushalten. Aus der Landesfeuerwehrschule kam der Hinweis, dass die Kameraden während der Sturmflut die Stämme in circa einen Meter große Teile zersägen und sie dann keine Schäden anrichten könnten. Für den Amtsvorsteher steht fest: „Das ist wohl nicht so ganz realistisch.“

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erstellt am 03.Jan.2014 | 21:20 Uhr

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