Kritik am Generalplan : Deichbaumaßnahmen des Landes greifen zu kurz

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Der Landesschutzdeich im Kreisgebiet wird nicht zum neuen Klimadeich ausgebaut. So sieht es der neu aufgelegte Generalplan für Küstenschutz vor. Zwar investiert die Landesregierung in diesem Jahr 66,8 Millionen Euro in den Küstenschutz. Aber nur nur 2,5 bis 3 Millionen Euro fließen in Deichverstärkungsarbeiten in den Kreis an der Elbe.

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11. Februar 2013, 21:22 Uhr

Das Zulassungsverfahren zur Deichverstärkung soll noch 2013 eröffnet werden. Im Jahr 2015 soll dann der Landesschutzdeich auf einer Länge von 3 Kilometern vor der Seestermüher Marsch um einen Meter auf 8,2 Meter über Normal Null erhöht werden. Oberdeichgraf Thies Kleinwort bedauert die kleine Lösung: „Es ist nicht mehr als eine Reparatur an unserem Deich. Auch wenn die nächste Generation mit der Maßnahme erst einmal sicher ist, hätten wir uns mehr gewünscht“, so Kleinwort. „Ich verstehe nicht, warum im Land mit zweierlei Maß gemessen wird“, sagte er in Anspielung auf den neuen „Klimadeich“, der vor Nordfriesland auf Nordstrand entstehen soll. Küstenschutzminister Robert Habeck hatte kürzlich das zukunftsweisende Projekt vorgestellt. Bei dem Klimadeich wird die Kappe des Deiches nicht nur erhöht, sondern auch verbreitert. So können spätere Generationen ohne große Kosten und Mühen, dem Deich bei Bedarf eine weitere Kappe aufsetzen.

Thorsten Rockel, Bürgermeister von Seestermühe, fehlt jedes Verständnis für die unterschiedlichen Küstenschutzmaßnahmen des Landes: „Natürlich ist es gut, dass das Land die Problematik erkannt hat und nun handelt. Allerdings geht man bei uns nur den halben Weg, statt Nägeln mit Köpfen zu machen. Wenn schon Geld in die Hand genommen wird, hätte man auch hier einen modernen Klimadeich bauen können.“ Kreis Pinneberg gehört zu dem Viertel des Landes, das potentiell von Hochwasser bedroht ist. Die Elbmarsch ist in dem neuen Küstenschutzplan der Landesregierung als „Sturmflutrisikogebiet“ erfasst. Dennoch sieht das Land keinen Grund, hier größere Küstenschutzmaßnahmen vorzunehmen. Die Deiche seien nach der Sicherheitsüberprüfung nicht verstärkungsbedürftig, erklärte eine Ministeriumssprecherin.

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