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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 13:31 Uhr

Aktion : Das Willkommens-Geschenk

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ab heute bekommen alle neu in Pinneberg ankommenden Flüchtlinge einen 15 Euro-Gutschein für das AWO-Sozialkaufhaus als Willkommensgeschenk. Eingelöst werden kann er in jedem der kreisweit vier Sozialkaufhäuser, aber auch darüber hinaus. Gestern wurde die Aktion vorgestellt.

„Wir haben überlegt, wie wir die Flüchtlingsinitiativen unterstützen können. Dabei ist die Idee entstanden“, sagte AWO-Projektleiter Wolfram Gambke vor Journalisten. Ziel der Aktion sei es, einen Beitrag zur gerade entstehenden Willkommenskultur zu leisten. Die Verteilung übernehmen die Mitarbeiter des Pinneberger Ordnungsamtes, eine der ersten Anlaufstellen der Flüchtlinge.

„Willkommensgeschenk“ steht in verschiedenen Farben und Sprachen (Französisch, Russisch, Englisch, Aarabisch, Türkisch, Polnisch) auf dem Gutschein. Jeder Flüchtling bekommt ihn, unabhängig von seinem Alter. Eine vierköpfige Familie darf also 60 Euro ausgeben. „Allerdings gilt er nur für Spielzeug und Kleidung“, so Wolfram Gambke.

Immerhin: Das geschenkte Geld wird nicht mit den anderen Sozialleistungen verrechnet, die ein Flüchtling bekommt. „Darüber freuen wir uns besonders“, so Projektleiter Gambke. Dass der Gutschein nicht etwa für Möbel, Geschirr oder Elektrogeräte gilt, hat seinen Grund in der Tatsache, dass Kleidung und Spielzeug in ausreichendem Maß gespendet wird. Alles andere ist nur in begrenzter Stückzahl vorhanden.

Zum Verständnis: In den Sozialkaufhäusern der Arbeiterwohlfahrt wird ausschließlich Gespendetes für kleines Geld verkauft – von der Postkarte über Schmuck Und Möbeln bis hin zu Büchern, Schuhen, Geschirr und Matratzen. Die Einnahmen fließen in den Etat des Sozialkaufhauses. „Wir haben eine Infrastruktur, die Geld kostet“, so Gambke.

Unter den 40 Mitarbeitern des Pinneberger Sozialkaufhauses sind etwa 30 Ein-Euro-Kräfte. Um eine Gleichbehandlung sicherzustellen und Verständnis für die besondere Situation der Flüchtlinge zu wecken, bekommen sie ebenfalls einen Gutschein und werden zudem geschult. „Es geht darum zu verdeutlichen, was der Verlust von Heimat bedeutet und welches Leid die Flüchtlinge erlebt haben“, sagte der Leiter des Sozialkaufhauses Alexander Seroka.

In Pinneberg leben bereits 220 Flüchtlinge, und nach offiziellen Angaben sollen etwa 130 Menschen in diesem Jahr hinzukommen. „Wir denken allerdings, dass die Zahl zu niedrig angesetzt ist, und rechnen mit mindestens 200 Flüchtlingen in diesem Jahr“, sagte Rathaussprecher Marc Trampe.

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erstellt am 31.Mär.2015 | 19:00 Uhr

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