Schulbuchrückgabe : „Das war doch schon so“ gilt nicht

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Auch die Klaus-Groth-Schüler freuen sich auf die Sommerferien. Doch bevor sie für sechs Wochen die Schultür hinter sich schließen, müssen sie die entliehenen Schulbücher in die Schulbücherei zurückbringen. Und die wird seit 2005 von der Stadtbücherei gemanagt. Im Keller der Schule befindet sich der Schulmedien-Raum mit den Regalen, in denen Kirsten Hell von der Stadtbücherei die etwa 29000 Schulmedien für die Klaus-Groth-Schule verwaltet.

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29. Juni 2014, 21:42 Uhr

In der vergangenen Woche hat nun für dieses Schuljahr die Rücknahme der Schulbücher begonnen. Klassenweise treffen die Klaus-Groth-Schüler zu vorher festgelegten Zeiten im Schulmedien-Raum, bepackt mit den Büchern, die sie für das Schuljahr entliehen hatten, ein. Da bei der Ausleihe für jeden Schüler alle Medien und deren optischer Zustand per Code genau erfasst wurde, steht bei der Rückgabe schnell fest, ob der betreffende Schüler alle Bücher wieder mitgebracht und pfleglich behandelt hat.

In den vergangenen Jahren seien da immer wieder Schüler-Sprüche wie „Das hab ich nie gekriegt“, „Das war schon so“ oder „Das kann ich nicht“ aufgetreten, berichten Kirsten Hell und Büchereileiter Michael Harbeck. Und so haben sich diesmal die Büchereimitarbeiterinnen und ihr Chef extra für die Schulmedien-Rücknahme auf T-Shirts diese meistgebrauchten Schüler-Sprüche drucken lassen. Aber auch zwei Büchereiantworten: „Falsch“ und „Das will ich gar nicht wissen“.

Denn um Ausreden, wieso sie ein Schulbuch nicht mehr vorweisen können oder warum es so zerknickt aussieht, sind vor allem die jüngeren Klaus-Groth-Schüler nicht verlegen. Aber das Büchereiteam drückt bei Schulbuchverlust oder Beschädigungen, die eine weitere Ausleihe unmöglich machen, kein Auge zu. Und so bringen manchmal noch am letzten Schultag die ganz Vergesslichen ein Buch vorbei oder bezahlen den Buchverlust. Und da würden in jedem Schuljahr etwa 1800 Euro zusammenkommen, so Kirsten Hell. Die Stadtbücherei entlastet durch das professionelle Verwalten der Schulbücher nicht nur die Schule, die sonst Lehrkräfte dafür vom Unterricht freistellen müsste, sondern nimmt auch eine pädagogische Aufgabe wahr. „Im Laufe ihrer Schulzeit an der KGS werden die Jugendlichen was die Schulbücher betrifft, immer ordentlicher“, so die Einschätzung von Kirsten Hell. Denn wer nicht alle Bücher abgegeben oder bei Verlust oder starker Beschädigung ersetzt hat, erhält sein Zeugnis nicht.

Pünktlich zum Start der Schulbuchrücknahme in der vergangenen Woche wurde der Schulmedien-Raum mit drei Notebooks und kabellosen Scannern ausgestattet. Björn Pramschiefer, ehemals Schüler der KGS und jetzt IT-Mitarbeiter der Verwaltung, hat die Installation vorgenommen.

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