Junge Forscher : Das Treffen der Neugierigen

„An unserem Stand laufen ja doch alle vorbei“. Die 12-jährige Lotte Berger sitzt leicht enttäuscht zusammen mit ihrer elfjährigen Co-Forscherin Simone Barth hinter ihrem Stand im Audimax der Nordakademie. Die beiden Mädchen haben Erkenntnisse über die Haltbarkeit von Kristallen gewonnen: Die Besucher scharen sich aber in der Tat lieber um die Stände mit Robotern und spektakulären technischen Gebilden; an einigen Ständen sieht es aus, wie bei der NASA; zum Beispiel bei Niklas Henke. Der 19-jährige Prisdorfer hat Metallbeschichtungen unter Zuhilfenahme von Röntgenstrahlen untersucht. Seine Erkenntnisse können für die Halbleitertechnik von Nutzen sein. Niklas Henke, Lotte Berger und Simone Barth kommen genau wie Timon und Delia Ostertun aus dem Kreis Pinneberg und zeigen gemeinsam mit vielen anderen Teilnehmern des Wettbewerbs „Jugend forscht“, was sie in den vergangenen Monaten alles herausgefunden haben. Die Geschwister Ostertun beschäftigten sich mit einer Maschine, die automatisiert einen Froschteich untersucht. Das Wasserfahrzeug fährt den Teich automatisch ab und fertigt nach vorher festgelegten (und in mühevoller Kleinarbeit herausgearbeiteten) Parametern Fotos für die spätere Auswertung an.

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02. März 2014, 21:48 Uhr

Der Gastgeber, Hochschulpräsident Professor Georg Plate zitierte in seinem Grußwort Albert Einstein, der auf die Frage von Journalisten, wie er es geschafft habe, den Nobelpreis zu bekommen, gesagt haben soll, er sein einfach nur „leidenschaftlich neugierig“. „Alle, die heute hier ihre Erkenntnisse präsentieren dürfen, sind Sieger“, so Plate an die Adresse der Kinder und Jugendlichen, „weil sie neugierig waren.“ Nico Kock, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung „Jugend forscht“ dankte vor allem auch Eltern und Lehrern, welche die Ideen der Jugendlichen unterstützt haben und insoweit einen wichtigen Beitrag zu den Forschungsergebnissen geleistet haben. Die Enttäuschung von Simone Barth über die immer nur vorüberziehenden Besucher der Ausstellung war am Ende der Veranstaltung übrigens verflogen: Sie gewann gemeinsam mit Lotte Berger den ersten Preis in der Kategorie Chemie. Juroren finden offenbar also auch Forschungen auszeichnungswürdig, bei denen sich keine faszinierenden Maschinen drehen. Die beiden Wedeler Timon und Delia Ostertun erhielten den ersten Preis in der Kategorie Mathematik/Informatik. Niklas Henke ist Regionalsieger für das beste interdisziplinäre Projekt. Alle fünf nehmen am Landeswettbewerb in Kiel teil.

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