Nachwuchsmangel : Das Sterben eines DRK-Ortsvereins

Der Vorstand hat gekämpft und alles versucht, genutzt hat es am Ende nichts! Jetzt wird der DRK-Ortsverein Neuendeich-Klevendeich abgewickelt und ist damit spätestens Ende des Jahres Geschichte. Vorsitzende Martina Kleinwort ihre Vorstandskolleginnen holten sich während einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag das Okay, um nun alle notwendigen Schritte einleiten zu können. Zeugen des Abgesangs waren Kreisgeschäftsführer Reinhold Kinle und Kreisverbandsvorsitzender Wolfgang Krohn

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20. November 2013, 20:07 Uhr

Die Gründe für die Entscheidung sind vielfältig, haben auch mit Enttäuschung, vielleicht sogar Frust zu tun. Trotz immer dringlicher werdender Appelle fand sich bis zuletzt niemand, der bereit war, einen Vorstandsposten zu übernehmen. Auch scheiterten wiederholte Versuche, den Ortsverein stärker in die Mitte des Dorfes zu rücken: Selbst der mit unendlich viel Mühe vorbereitete Grillnachmittag im Sommer war so schlecht besucht, dass die Organisatorinnen auf viel Fleisch und Kuchen sitzen blieben.

Immer stärker, so war aus DRK-Kreisen zu hören, hatten die Helferinnen zuletzt das Gefühl, für die Ausrichtung gemeindlicher Feste gut genug zu sein, aber bei eigenen Veranstaltungen im Dorf selten auf offene Ohren zu stoßen.

Jetzt also wird die Akte geschlossen. Kassenwartin Bärbel Teßen wird ihre Arbeit als einziges Vorstandsmitglied bis Ende 2014 fortsetzen. So wird die Zahlungsfähigkeit des Ortsvereins sichergestellt. Danach wird das Vermögen an den DRK-Schülersanitätsdienst als Spende überwiesen.

Die Mitgliedschaft und damit auch die Einzugsermächtigungen für die Beiträge enden mit sofortiger Wirkung. „Wer Mitglied im DRK bleiben will, kann sich an die Ortsvereine in Haseldorf, Haselau oder Moorrege wenden“, sagte Martina Kleinwort.

Die traditionelle Weihnachtsfeier der Gemeinde für die Senioren richtet der Ortsverein in diesem Jahr noch aus, besucht in den kommenden Wochen auch noch die Geburtstagskinder. Anfang Januar ist dann endgültig Schluss. Bestehen bleiben lediglich die Spielegruppe und der Singkreis.

Bärbel Thiemann, Mitglied im erweiterten DRK-Vorstand, lobte die Arbeit von Martina Kleinwort und ihren Mitstreiterinnen. Sie sei außerordentlich wertvoll für die Gemeinde gewesen, betonte sie.

Bürgermeister Reinhard Pliquet kündigte Gespräche über die Zukunft der einstigen DRK-Veranstaltungen an. Viele hoffen nun, dass in Zukunft etwa der Sozialausschuss die Organisation übernimmt und damit ein Veranstaltungsangebot in der Gemeinde aufrecht erhält.

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