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Uetersener Nachrichten

20. Oktober 2017 | 13:28 Uhr

Ortsgeschichte : Das soziale Gewissen um 1750

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Uetersener Stadtgeschichte ist untrennbar mit der des Klosters verbunden. Versah das Kloster doch über Jahrhunderte hinweg die Aufgaben der örtlichen Obrigkeit. Insofern finden sich im Klosterarchiv wahre Schätze, die es aus historischer und heimatverbundener Sicht zu bewahren gilt. Dieser Aufgabe widmet sich seit nun schon vielen Jahren der Arbeitskreis „Klostertage“ im SHHB-Ortsverein „Ueterst End“, der sich regelmäßig unter der Leitung von Elsa Plath im Heimathaus an der Kirchenstraße 7 zusammenfindet.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2015 | 20:36 Uhr

Derzeit sichten, ordnen und verpacken die Mitglieder die so genannten „Armenhaus-Quittungen“. Ein interessantes Abbild sozialen Engagements im feudalen Zeitalter. Denn bereits 1750 legte die damalige Vorsteherin des Uetersener Klosters, Priörin Anna Emerentia von Reventlow, eine Stiftung mit einem Kapital von 8400 Mark auf, genannt die „Reventlowsche Armenstiftung“.

Deren Zinsen bestimmte sie zum Unterhalt des 1735 von ihr erbauten Armenhauses (3000 Mark Baukosten) sowie der in diesem Hause untergebrachten armen Uetersener. Die quittierten Rechnungen geben nun Aufschluss über sämtliche angefallenen Ausgaben für Haus und Insassen. Die Priörin sammelte sie und legte sie jahrgangsmäßig gebündelt ab. Der Zahn der Zeit hat dem die Quittungen umhüllenden Papier zugesetzt. Daher war die Tatkraft des Arbeitskreises gefragt, der diese historischen Zeugnisse nun durch Erneuern des Einschlagpapiers sowie neuer Beschriftung fit für die nächsten 100 Jahre macht.

Die quittierten Rechnungen sind eine Fundgrube für Historiker, die Material bezüglich der Sozial- und Armenfürsorge im 18. und 19. Jahrhundert suchen. Darüber hinaus geben die quttierten, bis ins kleinste Detail erstellten Rechnungen genauestens Auskunft über in Uetersen zu damaligen Zeiten bestehende Handwerksbetriebe, Lieferanten und Kaufleute, denn in irgendeiner Form waren sie alle irgendwann auch für das Armenhaus oder seine Bewohner tätig.

Das Haus wurde um das Jahr 1870 abgerissen. An seiner Stelle entstand das „Präbendenhaus“, das noch heute existiert.

Wer nun Lust verspürt, ebenfalls einmal in die Ortsgeschichte einzutauchen, ist beim Arbeitskreis herzlich willkommen. Elsa Plath gibt gerne Auskunft und erklärt, wie jeder sich entsprechend engagieren kann. Ihre Telefonnummer lautet 04122/2471.

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