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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 18:23 Uhr

Almost Pop : Das Projekt der Akustik-Spezialisten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Berührend, elektrisierend, faszinierend und mitreißend: Ausgerechnet eine Kirche bot am Sonnabend den Rahmen für ein Pop-Konzert, das schon jetzt getrost als einer der kulturellen Höhepunkte des Jahres bezeichnet werden darf. Almost Pop-Fans wussten, was sie erwartete, alle anderen rutschten vor Ehrfurcht über die geballte Ladung Talent, Spielfreude und musikalischen Könnens fast von den harten Bänken.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2012 | 21:11 Uhr

Es ist eine Frage, an der sich die Geister scheiden! Pop- und Rockkonzerte in einer Kirche, geht das? Vivian Reiman-Clausen, Pastorin der St. Michael-Kirchengemeinde in Moorrege, und ihr Kollege Stefan Weißflog jedenfalls hatten offenbar wenig Mühe, mit dem Kirchenvorstand in diesem speziellen Fall eine Übereinstimmung zu erzielen. Almost Pop, da waren sich alle einig, passen in das Gotteshaus. Die Tatsache, dass Kirchenmusiker Mitsuhiro Ikenoya Teil des Bandprojekts ist, dürfte die Entscheidung erleichert haben. Ebenso wie der Umstand, dass die 20 Musiker von Almost Pop vor allem akustische Instrumente einsetzen. Mit Gitarren, Flöten, Dobro (Gitarre mit einem integrierten mechanischen Lautsprecher) und Cajun klingen bekannte Songs, die Musikfreunde aller Altersgruppen in den vergangenen bis zu 60 Jahren begleitet haben, vertraut und doch irgendwie anders.

Hinzu kommen die schönen Stimmen von Norbert, Sebastian, Annett, Franzi und Gregor, die Songperlen wie „Take on me“ (A-ha) oder „A whiter shade of pale“ (Procol Harum) veredeln. Und sogar an Adeles „Rolling in den the deep“ trauten sich die Musiker ran, und dem Megastar hätte gerantiert gefallen, was da zu hören war. Mitsuhiro Ikenoya sang „Over the rainbow“ in der aktuellen Version von Israel Kamakawiwo und rührte die Menschen im Kirchenschiff. Bei Almost Pop handelt es sich um ein musikalisches Projekt. Hier treffen sich Musiker unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichem künstlerischen Hintergrund, um andere Musik zu machen. Viele sind sie, durchschnittlich 20, und sie bringen enormes Können mit. Die meisten spielen mehr als ein Instrument, singen zudem und sind allesamt auch solo eine Augen- und Ohrenweide.

Sie verzichten auf Bühneneffekte, setzen allein auf die Kraft der Musik, und das ist wohltuend. Da nicht bei jedem Song alle im Einsatz sind, herrschte Bewegung im mit Instrumenten voll gestellten Altarraum der St. Michael-Kirche. Und dennoch ging es ganz entspannt zu. Die Gelassenheit der Musiker, ihre offenkundige Freude über das gemeinsame Erleben mit den begeisterten Musikfans in der Kirche machten sie zu Sympathieträgern. Der Mut der beiden Pastoren, ihr Vertrauen in ihren Kirchenmusiker haben sich ausgezahlt. Pop-Musik und Kirche, das geht ganz hervorragend und passt, wenn man es genau bedenkt, auch sehr gut zusammen.

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