Energiewende : Das Problem mit der Euphorie

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Manfred Tietje, Geschäftsführer der Stadtwerke Uetersen, appelliert aus aktuellem Anlass an alle Stadtwerke-Kunden, dem Grundsatz der Nachhaltigkeit treu zu bleiben. Die Energiewende komme nicht von heute auf morgen, sie vollziehe sich langsam und nur dann stetig, wenn die „Euphorie“ des Ausstiegs aus der friedlichen Nutzung der Atomtechnologie nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima auf hohem Niveau erhalten bleibe. Er müsse allerdings feststellen, dass einige schon wieder nach Lage ihre Portemonnaies entscheiden würden.

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09. Januar 2012, 21:13 Uhr

Derzeit seien einige Vertreter in der Rosenstadt unterwegs, die im Auftrage der RWE versuchen, an der Haustür Kunden zu gewinnen. Tietje: „Dabei handelt es sich nicht um Ökostrom, sondern um einen Mix mit 17 Prozent Atomstrom- und 61 Prozent fossilen Energieträgeranteil.

Die RWE betreibe, so Tietje, derzeit noch vier Kernkraftwerke (KKW) sowie neun Kohlekraftwerke. Außerdem plane sie den Bau neuer KKW außerhalb von Deutschland. Das Geld komme dabei von den Stromkunden. Ökostrom sei etwas teurer, aber „liegt auf dem Niveau der Stadtwerke Uetersen“. Derzeit ist ‘Greenpeace Energie“ sogar teurer. Der Geschäftsführer empfiehlt, die Verträge vor der Leistung der Unterschrift sorgfältig durchzulesen und nichts spontan zu unterschreiben. „Recherchieren Sie gegebenenfalls hinsichtlich der Kundenzufriedenheit, fragen sie Ihre Nachbarn, Freunde und Bekannte“, rät der Geschäftsführer. Geklärt werden sollte auch, wie der Anbieterwechsel funktioniert, wie auf Beschwerden reagiert wird und wie die Unternehmen erreichbar sind. Auch sei die Frage, wie die Gewinne verwendet werden, eine sehr interessante.

Die Stadtwerke Uetersen würden dem Grundsatz treu bleiben, und auch weiterhin nur Ökostrom verkaufen. Dabei wolle man dem Windpark Uetersen mit seinen sechs Windkraftanlagen inhaltlich noch näher kommen.

Daher beabsichtigten die Stadtwerke, sich am Windpark finanziell (anteilig) zu beteiligen, so der Geschäftsführer.

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