LMG-Leiter : Das Niveau bleibt hoch

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Das neue Schulgesetz erleichtert Kindern den Einstieg in das Gymnasium (wir berichteten). Die Grundschulen sprechen keine Schulartempfehlungen mehr aus. Alexej Stroh, Leiter des Ludwig-Meyn-Gymnasiums (LMG), rechnet daher mit einer größeren Mischung von starken und schwachen Schülern im fünften Jahrgang. Aber wie einfach ist es dabeizubleiben? „Das Gymnasium ist und bleibt die Schulform, die als erstes auf das Abitur und die Studierfähigkeit hinarbeitet – von der fünften Klasse an“, erläuterte Stroh im UeNa-Gespräch. So stehen ab der Klasse 6 zwei Fremdsprachen auf dem Stundenplan. In der Mittelstufe gibt es mehr Pflichtfächer als an der Gemeinschaftsschule. Der Unterricht erreiche eine große fachliche Tiefe. „Wir verlangen viel Eigeninitiative und Lust, sich auf komplexe Fragestellungen einzulassen“, betonte Stroh.

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12. Mai 2015, 21:57 Uhr

Nicht jeder Schüler ist diesen Ansprüchen gewachsen. Zudem meldeten jüngst immer mehr Eltern ihre Kinder gegen die Empfehlung am Gymnasium an; sie mussten sich dort aber beraten lassen. Das LMG führte daher bereits Hilfsangebote ein, etwa eine Hausaufgabenbetreuung und eine Lernwerkstatt für das eigenständige Nacharbeiten. Etwa 15 Prozent der Fünft- bis Siebtklässler nutzen diese Angebote. „Wir wollen dadurch abfedern, dass der Lernerfolg von der sozialen Herkunft abhängt“, sagte Stroh.

Insofern ist das LMG auf die wachsende Heterogenität vorbereitet. Stroh sieht darin auch eine Chance. Heterogenität sei wichtig, um die Akzeptanz anderer und ein reflektiertes Handeln zu lernen. Stärkere Schüler würden Argumente gründlicher durchdenken, wenn sie gezwungen seien, andere davon zu überzeugen. Sie könnten zu Vorbildern für Schwächere werden. Wenn diese aber in vielen Bereichen den Anschluss verlören, nähme ihr Selbstwertgefühl Schaden. Daher betonte Stroh: „Nicht für alle Schüler ist das Gymnasium die geeignete Schulform.“

Das LMG kann den Schulwechsel anordnen, wenn am Ende der Orientierungs- (Klassen 5 bis 6) und der Mittelstufe (Klassen 7 bis 9) die Noten nicht ausreichen. Auch das Sitzenbleiben gibt es noch: Stimmen die Leistungen nicht, wird ein Kind unter Vorbehalt versetzt. Schließt es seine Lücken aber innerhalb des folgenden Halbjahres nicht, wird es zurückgestuft. Schafft es auch dort den Anschluss nicht, muss es die Schule wechseln. Um das Gefühl des Scheiterns zu verhindern, beraten die Lehrer den Schüler dabei intensiv.

Das Modell einer „Schule für alle“ hält Stroh mit den vorhandenen Ressourcen für nicht machbar. Es würde kleinere Lerngruppen und damit mehr Personal und Geld erfordern. Er betonte: „Das Gymnasium ist ein wichtiges Standbein im Schulsystem.“

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