zur Navigation springen

Einwandererbund : Das niederschwellige Angebot wird leiden

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der Einwandererbund fürchtet um die Zukunft der niederschwelligen Kurse für Migrantinnen in Uetersen und Elmshorn. Hintergrund ist die Ankündigung des Bundesinnenministeriums, die Mittel um etwa 60 Prozent auf insgesamt 600000 Euro zu kürzen. „Wir haben 2013 sieben solcher Seminare angeboten, an denen insgesamt 70 Frauen teilnahmen“, sagte Kursleiterin Nazan Malkoc. Ob es bei dieser Zahl angesichts der eingeschränkten finanziellen Mittel bleiben werde, sei fraglich.

shz.de von
erstellt am 03.Jan.2014 | 21:25 Uhr

Anders als die Integrationskurse, ist die Teilnahme an den niederschwelligen Angeboten ohne Vorkenntnisse möglich. Sie finden wohnortnah in einem vertrauten Umfeld wie einer Schule oder einem Kindergarten statt und orientieren sich inhaltlich stark an der Alltagssituation vieler ausländischer Frauen.

Ziel ist die Heranführung an das gesellschaftliche Leben, ein erster Kontakt mit der deutschen Sprache sowie der Austausch mit Frauen aus verschiedenen Kulturen in der gleichen aktuellen Lebenssituation. „Durch diese Kurse werden vor allem Frauen aus muslimisch geprägten Kulturen mit Einschränkungen in der eigenen Lebensgestaltung sowie oftmals eingeschränkter Bewegungsfreiheit angesprochen und erreicht“, sagte Nazan Malkoc.

Viele Migrantinnen hätten sich bislang ausschließlich im häuslichen Umfeld bewegt, sich um die Familie gekümmert, ohne abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung. „Für sie ist der Schritt nach außen ein besonders großer“, sagte die Kursleiterin.

Experten sehen in den niederschwelligen Frauenkursen ein ebenso erfolgreiches wie ideales Mittel, gerade Migrantinnen mit einer geringen Schulbildung oder Analphabetinnen eine Zukunftsperspektive zu eröffnen. Teil des Konzeptes sind Kursleiter mit einer besonderen Vorbildfunktion, also solche, die selber einst an den niederschwelligen Frauenkursen teilgenommen haben und damit eine besondere Authentizität mitbringen. Auch in den Kursen des Einwandererbundes greifen sie Themen auf wie die Rechte der Frauen vor dem Hintergrund religiöser und traditioneller Wertevorstellungen, die beruflichen Möglichkeiten, Bildungschancen, persönlichen Lebensentwürfe, Alltagsbewältigung und immer wieder der Schutz vor häuslicher Gewalt. Die Rückmeldung der Frauen sei positiv, sagte Nazan Malkoc. Zu ihnen gehört auch Sehri Konyali. „Diese Kurse sind für mich sehr wichtig, weil ich am Tag nur zwei Stunde als Reinigungskraft tätig bin. Ich knüpfe bei diesen Kursen neue Kontakte, und damit verbessere ich meine Deutschkenntnisse“, sagte sie.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert