zur Navigation springen

Jubiläum : Das niederdeutsche Theater geprägt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Als Urgestein des niederdeutschen Theaters ist Gerhard Richert bekannt, doch seine Karriere bei der Elmshorner Speeldeel begann in der Rolle eines Italieners, der radebrechend Hochdeutsch spricht. Ein halbes Jahrhundert ist das her und der Haselauer hatte erste Erfolge bei Aufführungen der Landjugend Hohenhorst eingeheimst.

„Du musst zur Speeldeel“, hörte „Gerdi“, wie er gern genannt wird immer wieder. Der damalige Theaterchef Hermann Dabelstein hatte einen legendären Ruf und galt als kritisch. Nur suchte er gerade händeringend für die Uraufführung von „Hannibal kreiht nich mehr“ einen jugendlichen Darsteller des Luigi Salvadore. Und so konnte Gerhard Richert als 18-Jähriger mit dem Fahrrad durch den Rosengarten zu den Proben nach Elmshorn fahren. „Es muss den Leuten gefallen haben“, erinnert er sich, denn er durfte wiederkommen. Bald waren die Nebenrollen passé, Hauptrollen waren angesagt. Gerhard Richert führte Regie, übernahm die Spielleitung und vor 25 Jahren den Vorsitz der Speeldeel. Bei 68 Stücken hat er mitgewirkt. Ein paar wurden auch mehrfach einstudiert. Voller Ideen war und ist Gerhard Richert.

Um die plattdeutsche Sprache zu verbreiten, ging er in Schulen, Kindergärten und Kliniken. Auf seine Initiative gehen die „bunten Programme“, wie Eeten un Theoter“ zurück, die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Derzeit rührt der 67-Jährige kräftig die Werbetrommel für einen Autorenwettbewerb, denn es fehlen den niederdeutschen Bühnen gute aktuelle Stücke.

Seit 2012 steht er nicht mehr bei den großen Schwänken auf der Bühne. Vor Kurzem gab der Haselauer das Steuerrad des Vorsitzenden an Reinhard Glantz weiter. Bei seinen Platt-Kursen und den bunten Abenden soll es aber keine Abstriche geben. Zum Jubiläum erfüllt sich Gerdi einen Herzenswunsch. Noch einmal will er „Verdreihte Verwandtschaft“ spielen. Dann soll auch seine kongeniale Sketchpartnerin Maren Lötje mit von der Partie sein.

Der gelernte Bäcker, der es bis zum Prokuristen brachte, hat aber auch klare Vorstellungen von der etwas ferneren Zukunft. Eines Tages möchte er zu einer Aufführung der Speeldeel ins Elmshorner Stadttheater gehen, die ohne sein Zutun entstanden ist. „Wie weer datt denn?“, fragt seine Frau Käte wie immer bei seiner Rückkehr. Und Gerhard Richert kann antworten: „wunnerbar!“

VerdienstmedailleEngagement für die Gesellschaft liegt Gerhard Richert am Herzen. Bei der Gründung der Landjugend Hohenhorst und der Vereinsgemeinschaft Haseldorfer Marsch war er dabei, arbeitete dort in verschiedenen Funktionen mit. Nahezu 40 Jahre ist er für die Haselauer CDU in der Kommunalpolitik aktiv gewesen.

Die ehrenamtliche Arbeit hat er immer als Bereicherung empfunden. „Man muss an sich feilen“, sagt Gerhard Richert, „und das bringt einen weiter.“ Für sein vielfältiges Wirken wurde ihm 2010 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik verliehen. (tp)

zur Startseite

von
erstellt am 09.Mai.2014 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert