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Uetersener Nachrichten

24. August 2017 | 07:07 Uhr

Moorweg : Das Nein zum Sportzentrum

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bürgermeister Roland Krügel habe überzogene Erwartungen, und der FC Union Tornesch gehe von einer fehlerhaften Wirtschaftlichkeitsberechnung aus. Nicht nur mit diesen Argumenten lehnen die Tornescher Grünen den Bau eines Sportzentrums am Großen Moorweg ab. Kurz vor der Abstimmung über das Sechs-Millionen-Euro-Projekt in der Sitzung des Sozialausschusses am Montag, 18. Juni, legten sie gestern einen ganzen Strauß an Gründen dagegen vor.

Das erste Problem sei die Finanzierung. Krügel wolle den Löwenanteil der Kosten durch den Verkauf des alten Sportplatzes an der Friedlandstraße hereinbekommen. Er rechne mit Einnahmen von fünf Millionen Euro. Unrealistisch, urteilt Helmut Rahn von der Tornescher Grünen-Fraktion: „Nur durch diesen Mondpreis gelingt es, den Bau des neuen Sportzentrums als sogenannte Nullnummer darzustellen“, schreibt er in einer Pressemitteilung. Höchstens die Hälfte könne eingenommen werden. Immerhin sei das Gelände noch nicht erschlossen.

Krügel wies den Vorwurf gestern zurück. Von der Fünf-Millionen-Euro-Marke sei er längst abgerückt. Doch Rahn kritisiert: Der Verkaufserlös stehe noch nicht fest, „trotzdem soll über eine Investition von sechs Millionen Euro entschieden werden.“ Das zweite Problem sehen die Grünen im Unterhalt. Der FC Union wolle für drei Millionen Euro „eine „Indoor-Soccer-Halle mit Sportsbar und gehobener Gastronomie“ bauen lassen, verpachten und dadurch einen Gewinn erwirtschaften, der den Betrieb der Sportplätze trägt. Rahn: „Hier ist für die Grünen Ende der Fahnenstange. Für diese Zusatzwünsche soll sich der FC Union bitte einen privaten Investor suchen. Wenn das alles so lukrativ ist, müssten die Investoren ja Schlange stehen.“

Der Fehler des FC Union: Er habe in der Wirtschaftlichkeitsberechnung die Abschreibung vergessen. Die Stadt müsse allein für diesen Posten jährlich 150000 Euro einnehmen, bevor sie eine schwarze Null erreiche.

Das dritte Problem: „Wir können kein öffentliches Geld in die Hand nehmen, um einen privaten Betreiber zu finanzieren“, so Rahn. Zudem werde das Restaurant eine Konkurrenz für die Tornescher Gastronomen darstellen. „Dafür wird kein steuerzahlender Bürger Verständnis aufbringen!“, mahnt er. Krügel konterte: „Von gehobener Gastronomie war gar nicht die Rede.“ Ein Vereinsrestaurant werde keine Konkurrenz darstellen, sondern eine Angebotslücke im Gewerbegebiet schließen. Die Sitzung im Rathaus beginnt um 18 Uhr. Das Sportzentrum wird an 19. Stelle als letzter öffentlicher Tagesordnungspunkt behandelt.

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erstellt am 15.Jun.2012 | 21:33 Uhr

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