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Appener Gespräche : Das KSK ist nur stark im Team

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Klare Sprache, deutliche Worte, druckreifer Vortrag – Axel Grunewald, stellvertretender Kommandeur des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in der Bundeswehr, verdeutlichte während eines Vortrages in der Unteroffizierschule der Luftwaffe in geschliffenem Ablauf, worauf es ankommt bei der Spezialeinheit, was von den Soldaten erwartet wird, nämlich körperliche Leistungsfähigkeit, ein gefestigter Charakter, die Teamfähigkeit, geistige Beweglichkeit (Intelligenz), die „richtige“ Einstellung und insbesondere psychische Belastbarkeit.

shz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 19:32 Uhr

„Rambo“ würde wohl bereits beim Eingangstest des KSK scheitern. Der Draufgänger ist nicht nur Fiktion, sondern als eine solche ein psychisch gebrochener Macho, der dazu noch alleine ist. Muskeln und Sixpack machen noch keinen Kommandosoldaten aus. Das schärfte Grunewald seinen Zuhörern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft immer wieder ein. Soldaten waren ebenfalls unter den Gästen, die von USLw-Kommandeur Oberst Klaus Christian Kuhle begrüßt wurden.

Das KSK wurde 1996 aufgestellt. Hintergrund dafür war eine Evakuierung deutscher Staatsbürger 1994 aus Ruanda durch belgische Fallschirmjäger. Die Bundeswehr war damals nicht in der Lage, einzugreifen. Die GSG 9 ebenfalls nicht, weil es sich um eine Krisenregion handelte, die militärische Schlagkraft erforderlich machte.

Inzwischen gehört das KSK zu den Besten der Besten und das weltweit. Dort sind die Kommandosoldaten auch im Einsatz. Nicht ausschließlich kämpfend, aber immer im Team. Alles was seine Soldaten (Kommandeur ist Brigadegeneral Dag Baehr) täten, sei zum einen mandatiert und zweitens hoch brisant, so Grunewald. Das Aufgabenspektrum der KSK umfasst weit mehr als das Aufbrechen jeglicher Türen und das Erschießen von Terroristen. Auch beratend sind die Soldaten im Einsatz sowie ausbildungsunterstützend. Natürlich gehören das Retten und Befreien von Geiseln im Ausland dazu oder die Festsetzung von Zielpersonen.

Das KSK besteht aus vier Kommandokompanien und einer Spezialkommandokompanie (Soldaten mit weiteren Fähigkeiten). Aktiv werden alle Spezialisten des Kommandos im Verbund mit anderen Teilstreitkräften der Bundeswehr oder gebenenfalls mit Soldaten befreundeter Staaten, die auch bei der Ausbildung behilflich sind.

Der Oberst stellte die intensive und komplexe Ausbildung vor, thematisierte den Verzicht der Soldaten, was das Private angeht und erläuterte auch, dass es immer Bedarf an Nachwuchskräften gebe. Der Nachwuchs werde aus Soldaten (meist des Heeres) und Ungedienten rekrutiert. Beim KSK werde die Leistungsgrenze erreicht, auf der anderen Seite herrsche eine offene Vertrauensstruktur, auch in der Einsatznachbesprechung.

Kommandosoldaten würden besser besoldet (Prämiensystem) und schneller befördert. Wenn man ihn frage, warum er sich nach wie vor im Umfeld von Spezialkräften aufhalte, dann antworte er gerne: „Aus Liebe zu außergewöhnlichen Menschen, die auch außergewöhnliches zu leisten bereit sind“.

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