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Uetersener Nachrichten

23. Oktober 2017 | 07:02 Uhr

Diebstahl : Das ist eine ganz miese Nummer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Was für eine Schande ist der Diebstahl zulasten von Hilfsorganisationen! Wer tut so etwas? Geht es noch mieser? Diese Fragen stellte man sich derzeit im Hagebaumarkt Wörmcke an der Wittstocker Straße. Über Jahre hinweg stand dort ein Sammelschiffchen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Seinen „Ankerplatz“ hatte es direkt im Eingangsbereich, hinter der Kassenzone. Und es war mit einer Kette gesichert.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2012 | 21:22 Uhr

Das müsse man tun, um die Schiffchen vor schnellen Zugriffen zu schützen, sagt Bernd Tienken, ehrenamtlicher Mitarbeiter der DGzRS. Er wohnt in Tornesch und betreut rund 90 Geschäfte, die der Vereinigung eine Möglichkeit bieten, vor Ort Präsenz zu zeigen. Es komme leider immer wieder vor, dass auch gesicherte Schiffe gestohlen werden. In ihrem „Bauch, so Tienken, befinden sich dabei zwar „nur“ einige Euro. Aber ihm und im jüngsten Diebstahlsfall auch Matthias Pfeiffer vom Hagebaumarkt, geht es um die Sache an sich.

Dass jetzt schon Hilfsorganisationen bestohlen werden, sei nicht nur eine riesen Sauerei, sondern vielmehr sehr traurig. Zumal sich die DGzRS ausschließlich aus Spenden finanziert. „Die 186 fest angestellten und 800 ehrenamtlichen Seenotretter fahren raus, wenn andere wegen des schlechten Wetters reinkommen. Sie setzen für andere ihr Leben aufs Spiel“, informiert Tienken. Nicht wenige Retter haben während ihrer Sturmeinsätze zwischen Borkum und Ueckermünde selbst das Leben verloren.

Deutschlandweit erbringen die Sammelschiffchen der Gesellschaft jährlich Spenden in Höhe von knapp einer Million Euro. Die Schiffchen seien dabei auch ein Symbol für Unabhängigkeit und Freiwilligkeit der Seenotretter. „Denn zwingen, das eigene Leben aufs Spiel zu setzen, kann man niemanden“, weiß der Tornescher.Im Hagebaumarkt wurde bereits ein neues Spendenschiff aufgestellt. Und auch dieses wurde an die Kette gelegt. „Kommt aber jemand mit einem großen Seitenschneider, dann hält diese natürlich nicht“, so Tienken. Beide hoffen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt. Er, Tienken, sei allen Geschäftsleuten dankbar, wenn sie der DGzRS „Ankerplätze“ zur Verfügung stellen. Jeder, der das vorhabe, könne sich mit ihm unter der Telefonnummer 04122/ 54751 in Verbindung setzen.

Der Diebstahl kann zeitlich eingegrenzt werden. Auf den 10. oder 11. Februar. Die menschliche Enttäuschung aufgrund einer solchen Dreistigkeit könne, sagen Tienken und Pfeiffer, abgemildert werden, wenn das gestohlene Schiff „plötzlich“ wieder auftauchen sollte.

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