Kaum Bewerber : Das ist das Aus für den Tornescher Seniorenbeirat

Ralf Fromhein (von links) und Bruno Dörling treten nicht wieder für den Tornescher Seniorenbeirat an.
Ralf Fromhein (von links) und Bruno Dörling treten nicht wieder für den Tornescher Seniorenbeirat an.

Zu wenige Interessenten für das Tornescher Gremium. Ein neuer Anlauf ist erst 2023 möglich.

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06. März 2018, 12:30 Uhr

Tornesch | Letztlich war das Interesse doch zu gering. Lediglich vier Tornescher Senioren konnten sich vorstellen, aktiv im Seniorenbeirat der Stadt mitzuarbeiten. Mehrmals hatte das Gremium aufgerufen – mit wenig Erfolg. Das hat Heidi Gottschalk aus dem Amt für soziale Dienste mitgeteilt. Für einen Fortbestand des Gremiums hätten es mindestens fünf Bewerber sein müssen. Mit Ablauf der aktuellen Amtszeit am 31. Mai dieses Jahres wird somit die Geschichte des Seniorenbeirats vorerst enden.

Kein Seniorenbeirat, keine Vorstellungsrunde: Die für Dienstag, 13. März, geplante Veranstaltung des Beirats fällt aus.

Gemeinsam mit der Wahl der Kommunalpolitiker sollten die Tornescher, die das 60. Lebensjahr überschritten haben, am 6. Mai auch den Seniorenbeirat bestimmen. Doch die entsprechenden Wahlzettel werden nun nicht mehr benötigt. Ohnehin wäre die Abstimmung rein formaler Natur gewesen. Denn der Seniorenbeirat kann laut Satzung aus bis zu neun Mitgliedern bestehen. Da bis zum Ende der Frist am 19. Februar lediglich sechs Bewerber Interesse angemeldet hatten, war klar: Alle werden einen Platz im künftigen Seniorenbeirat erhalten. Das Polster war also von vornherein dünn, doch immerhin schien es, als könnte das Gremium fortbestehen.

Die Hoffnung ist nun zerplatzt. Wie Sabine Kählert, Leiterin des Amts für soziale Dienste, bestätigte, sind zwei Bewerber abgesprungen. Kein Seniorenbeirat in Tornesch, Kählert findet das „sehr bedauerlich“. Ihre Sorge, dass sich immer weniger Menschen beteiligen wollen, habe sich bewahrheitet. Mit diesem Problem stehe Tornesch allerdings keinesfalls alleine da, betonte die Amtsleiterin. Ihr Fazit: „Es scheint keinen größeren Bedarf, keine größeren Probleme zu geben.“ Mit vier Bewerbern zu starten war laut Kählert keine Option. „Der Seniorenbeirat wäre nicht satzungskonform zustande gekommen“, so die Amtsleiterin. Bereits in den vergangenen Monaten wurde der Seniorenbeirat von der Stadt Tornesch lediglich geduldet − denn zuletzt zählte er nur noch drei Mitglieder. Im Rathaus gab es zwar keinerlei Bestrebungen, das Gremium aufzulösen, doch die Verantwortlichen haben stets deutlich gemacht, dass die in der Satzung vorgeschriebene Mitgliederzahl nun wieder erreicht werden muss.

Ralf Fromhein vorerst letzter Vorsitzender

Ralf Fromhein, Bruno Dörling und Georg Haese heißen somit die vorerst letzten Mitglieder des Seniorenbeirats. Dörling, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, hat den Beirat von 2004 bis 2012 geleitet. Fromhein ist seitdem Vorsitzender. Doch auch für den 69-Jährigen ist am 31. Mai 2018 Schluss.

Nach knapp 26 Jahren endet somit die Geschichte des Tornescher Seniorenbeirats. Nach der Gründung im Juni 1992 beteiligten sich zwischenzeitlich bis zu 19 Mitglieder an der Arbeit für die ältere Generation in der Stadt. Seitdem ging die Zahl allerdings kontinuierlich zurück, sei es wegen mangelnden Interesses oder weil Mitglieder in die aktive Politik gegangen sind. Letztgenannter Punkt spricht jedoch dafür, dass die Interessen der Senioren in Tornesch weiterhin berücksichtigt werden. Und auch Kählert betonte, dass die Politik die Altersgruppe der Senioren immer im Fokus habe. Zudem würden die Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtsverbände und die Gruppe Ü60-Aktiv hervorragende Seniorenarbeit leisten, so Kählert.

Ein neuer Versuch, in Tornesch einen Seniorenbeirat zu besetzen, kann nach derzeitigem Stand übrigens erst in fünf Jahren gestartet werden. Denn in der Satzung heißt es unter Paragraf 6: „Die Wahl erfolgt zusammen mit der Kommunalwahl.“ Für eine außerordentliche Wahl müsste also die Satzung geändert werden − möglich ist das per einfacher Mehrheit in der Ratsversammlung. Kählert betonte: Sollte sich zwischenzeitlich eine Personengruppe finden, die aktiv Seniorenarbeit leisten möchte, würde sie mit einer entsprechenden Verwaltungsvorlage an die Politik herantreten.

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