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Stromtrasse Bürgerinitiative : „Das größte Unheil verhindert“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

29 Millionen Euro zahlte das Land Schleswig-Holstein den Windparkbetreibern. Die konnten den Strom, den sie produzierten nicht verkaufen, weil die notwendigen Leitungen bisher fehlten. Und damit wird nun bald Schluss sein. Vor genau einem Jahr hatte das Amt für Planfeststellung Energie beim schleswig-holsteinischen Energiewendeministerium den Planfeststellungsbeschluss für die 380-Kilovolt-Stromtrasse „Hamburg-Nord/Dollern“ erlassen, die auch durch viele Gemeinden im Kreis Pinneberg führt. Die voraussichtlich etwa 30 Kilometer lange Leitung ersetzt die bestehende 220-Kilovolt-Leitung. Die Aufrüstung ist notwendig geworden, um eben jenen Strom aus den Nordseewindparks endlich verlustarm über die Elbe transportieren zu können.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2014 | 22:29 Uhr

Die Gemeinde Quickborn, wo die Hochspannungsleitung unmittelbar an einer Schule und einem Wohngebiet vorbeiführen sollte, klagte vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVerwG). In letzter Minute allerdings einigte man sich mit dem Netzbetreiber Tennet und zog die Klage zurück: Die Trasse macht nun einen Verschwenk und verläuft nun in zirka 100 Metern von Wohnsiedlung und Schule entfernt. Für Werner Schneider von der Bürgerinitiative „Quickborn unter Höchstspannung“ wurde damit lediglich „das größte Unheil verhindert“. Für Schneider ist die Lösung allerdings bestenfalls ein Kompromiss und alles andere als ein „Grund zum Jubeln“. Schneider: „Es ist ein Unding, dass nur durch den Druck der Bürgerinitiative eine solche Lösung gefunden wurde. Der Kreis Pinneberger SPD-Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann zeigte sich angesichts der Verschwenkungslösung enttäuscht und dennoch erleichtert: „Es ist zwar schade, dass es nicht zu einer großräumigen Verschwenkung mit geräumigem Abstand zu Wohngebieten gekommen ist, und ein Erdkabel für das betroffene Gebiet nicht durchsetzbar war. Aber das Wichtigste ist, dass sich jetzt eine vertretbare Lösung im Konsens abzeichnet“, so Rossmann. Besonders das nachhaltige Drängen der beiden Bürgerinitiativen am Ort hätten dafür gesorgt, dass dieser Kompromiss möglich geworden sei. „Dank zu sagen ist wegen ihres unermüdlichen Einsatzes bei der Realisierung der Lösung aber auch ausdrücklich der Quickborner Stadtverwaltung“, betont Rossmann.

Aber auch der Trassenbauer Tennet habe seinen Beitrag geleistet und das Zeitfenster für eine Lösung so lange offen gehalten, wie es irgend möglich war.

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