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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 10:23 Uhr

Magisch : Das Ex-Model und der TV-Produzent

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Diese beiden sind an sich schon ein Ereignis. Die eine Ex-Model, Ex-Künstlermuse, Ex-Scientology-Mitglied, heute weitgereiste Märchenerzählerin, Hühnerzüchterin und Blankeneses legendäre „fromme Eierfrau“! Der andere RTL-Moderator, TV-Produzent, Journalist, Cutter und Zauberer! Der Kulturverein hat die in Hamburg lebenden so unterschiedlichen Künstler Gudrun Derlin und Delf Deicke jetzt zusammengebracht.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2013 | 20:12 Uhr

Na endlich, muss man wohl sagen, denn Derlin und Deicke, die haben uns gerade noch gefehlt zu unserem Glück. Gemeinsam sorgten sie im Haselauer Landhaus für einen „Zauberhaften Abend“ mit Essen in der Mitte, Magie davor und dahinter, sorgten für Stunden voller Überraschungen, zum Staunen, Grübeln und Träumen.

Gudrun Derlin hat eine Vita so bunt wie das Leben. Davon lebt ihre Show oder nennen wir es besser: Performance. Das Mieder eng geschnürt, den Körper in wundervolle mittelalterliche Kleider gehüllt, mit Häubchen auf dem Kopf und einen Handkarren hinter sich herziehend, zog sie in den Saal. Das zarte Klingeln kleiner Schellen kündete von ihrer Ankunft. Auf dem Karren nahm sie nicht nur Platz, sie kutschierte damit auch eines ihrer Hühner (zahm) und vier weiße Tauben, außerdem ihren Sack mit den für eine Märchenerzählerin so wichtigen Utensilien: ein Buch, Aladin’s Wunderlampe, Seile und Stricke, die schon den Figuren der Gebrüder Grimm dazu dienten, etwa eine Ziege festzubinden (ganz ehrlich). Während des Abends wechselte sie das Kostüm (sie liebt Kostüme), las schließlich im zweiten Teil das indische Märchen „Der Schlangenprinz“ und trug dazu passend ein orientalisches Gewand, in dem sie auch wundervoll tanzte.

Delf Deicke besitzt eine liebenswürdige Kaltschnäuzigkeit schnorrt sich für eine TV-Doku schon mal als Weihnachtsmann verkleidet durch Betriebsweihnachtsfeiern oder lässt sich aus 20 Metern Höhe in die Elbe fallen. Außerdem ist er ein begnadeter Zauberer, überraschte damit seine Umwelt schon als Knirps im zarten Alter von gerade mal vier Jahren und wurde später sogar Deutscher Jugendmeister.

Im Haselauer Landhaus ließ er Armbanduhren verschwinden, verwandelte 50 Euro-Scheine in eine Spendenquittung, machte umgekehrt aus Papierschnipseln Geld, ließ Spielkarten an der Saaldecke kleben und redete dabei nahezu ununterbrochen. Das zunehmend atemloser werdende Publikum rutschte langsam auf den Stühlen nach vorne, verfolgte jede Bewegung des Magiers hoch konzentriet und war am Ende doch so klug wie zuvor. Diesem Könner war nicht auf die Schliche zu kommen. Und das, obwohl er seinen vielleicht wichtigsten Trick gleich zu Anfang bereitwillig verriet: Ablenkung ist (fast) alles.

Zur erlesenen Kultur passte das Essen. Chef Jan Lienau hatte in der Küche einen mediterranen (Zauber-)Teller mit leichten, äußerst schmackhaften Leckereien kreiiert, gerade gut sättigend, ohne zu füllen. Und so war es einer jener Abende, den man als ein wahres Geschenk in Erinnerung behält.

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