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Projekt zur Zwangsarbeit : Das Engagement hat sich nun wirklich gelohnt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Niklas Fricke (10e) ist nicht nur ein fleißiger Schüler, er engagiert sich darüber hinaus auch ehrenamtlich. Der 16-jährige Rosenstadtschüler ließ sich vor zwei Jahren beim Arbeiter Samariter Bund (ASB) zum Schulsanitäter ausbilden und war von dem, was er dort gelernt hat, so begeistert, dass er unabhängig von diesem Projekt wöchentlich am Gruppentreffen der Arbeiter Samariter Jugend (ASJ) im Regionalverband Elmshorn-Steinburg in der Krückaustadt teilgenommen hat.

Der ASB bietet auf Landesebene verschiedene Seminare und Veranstaltungen für Jugendliche an. Eines davon stieß auf das Interesse des Ueterseners. Das Projekt „Zwangsarbeit war gestern - von wegen! Ukrainische und deutsche Jugendliche auf den Spuren der Menschenrechte“ führte Niklas Fricke im April 2012 in die Ukraine. Vor einigen Wochen erfuhren die Jugendlichen vom ASB-Jugendbildungsreferenten, Jens Vetter, dass die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) das und drei weitere Projekte als „organisatorisch und im Ergebnis beispielhaft“ bewertet und prämiert hat.

Jetzt soll den Teilnehmern der Projekte eine ganz besondere Ehre zuteil werden: Sie dürfen vom 15. bis 18. Januar nach Berlin fahren, um die anderen Projekte kennenzulernen, das eigene Projekt öffentlich zu präsentieren und an der Preisverleihung teilzunehmen. Wie sah die Arbeit aus, welche Ziele wurden mit dem Projekt verfolgt? Den Jugendlichen sollten nicht, wie in der Schule, reine Fakten zum Zweiten Weltkrieg vermittelt werden. Vielmehr wollte man gemeinsam die Errungenschaft und Bedeutung der Menschenrechte erarbeiten.

Dies bedeutete auch, dass die Mädchen und Jungen ihr eigenes Bild von Gerechtigkeit schärfen und ermutigt werden sollten, sich für ihre und die Rechte anderer einzusetzen. „Kernstück des Projekts war ein internationaler Jugendaustausch mit je einem Treffen in Kiel und im ukrainischen Tschernowitz. Bei beiden Treffen wurde inhaltlich intensiv am Projektthema Menschenrechte und Zwangsarbeit gearbeitet. So beschäftigten sich die Projektteilnehmer beim Treffen in Kiel im Oktober 2011 unter fachlicher Anleitung täglich sechs Stunden mit Themen wie dem Dritten Reich, Formen von Zwangsarbeit und Menschenhandel, aber auch mit Techniken für Interviews mit Zeitzeugen. Die Gruppe besuchte außerdem das ehemalige Konzentrationslager Neuengamme in Hamburg, eines der größten Lager in Norddeutschland, in dem während des Zweiten Weltkrieges über 100000 Menschen interniert waren“, so Jens Vetter.

Beim Gegenbesuch in der Ukraine im April 2012 stand die persönliche Begegnung mit ehemaligen NS-Zwangsarbeitern im Mittelpunkt.

Dabei kamen die Jugendlichen mit Menschen ins Gespräch, die während des Zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt worden waren. Sie konnten interessante Interviews mit einigen der letzten verbleibenden Zeitzeugen führen, in denen sie lebendige und eindrucksvolle Berichte über das Schicksal dieser Menschen und die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs hörten. Das Projekt wurde durch eine Förderung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ ermöglicht.

An der Veranstaltung in wenigen Tagen in Berlin, bei der das Projekt einem interessierten Publikum vorgestellt werden soll, wird auch der Uetersener Schüler teilnehmen. Klar, dass sich Niklas Fricke schon sehr auf die viertägigen „Sonderferien“ freut, die er sich selber erarbeitet hat. Selbstredend, dass die Schulleitung ein solches Engagement fördert und Rektor Wolfgang Balasus den Rosenstadtschüler von der Schulpflicht befreit hat. Neben der Präsentation und der Auszeichnung des Projektes steht eine Videobustour durch Berlin, ein gemeinsamer Restaurantbesuch und ein Workshop auf dem Programm.

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erstellt am 07.Jan.2013 | 21:11 Uhr

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