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Uetersener Nachrichten

14. Dezember 2017 | 06:04 Uhr

Vorführung : Das Dorfleben dokumentiert

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Für manche ist es eine Zeitreise in die eigene Geschichte gewesen, die vier Haselauer für ihre Mitbürger organisiert haben. Mehr als 100 Minuten Film gab es zu sehen, und die 70 Zuschauer im Haselauer Landhaus waren begeistert.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2015 | 21:34 Uhr

Die Grundlage schufen Marlene und Peter Koch. Seit dem Anfang der Neunziger des vergangenen Jahrhunderts filmten sie alles, was sie für wichtig hielten. Sie dokumentierten Straßenfeste, Feuerwehrübungen, das Kranzbinden für eine Goldene Hochzeit sowie Schlittschuhläufer auf dem Burggraben. Breiten Raum nahm das landwirtschaftliche Leben ein, wie das Verladen von Kühen, das Pflücken der Äpfel und die Meerrettich-Ernte. Manches gibt es nicht mehr, wie das Kindergrün der Grundschule. Andere Traditionen, etwa der Himmelfahrtsmarsch des Haselauer Spielmannszuges werden nach wie vor gepflegt. Das Ehepaar Koch lichtet auf VHS ab, was sie in ihrer Umgebung „Haselau City“, so Arne Claußen, also rund um die Kirche, wichtig fanden.

Mitte der Neunziger kam die Idee auf, die verschiedenen Sequenzen zu einem Film über das Dorf zu kombinieren. Gleich in mehrfacher Hinsicht half Arne Claußen. Er bat einen Freund, Luftaufnahmen zu machen, die eingefügt wurden. Zudem komponierte er die Filmmusik, spielte sie am Keyboard ein und half beim Schneiden.

Das war eine komplizierte Arbeit, bei der sie zusätzliche Unterstützung von Günter Scheck bekamen. Computer waren noch nicht erfunden, mit denen man Filmstreifen einfach zusammen fügen kann. Man arbeitete analog und mit mehreren Videorekordern mussten die Teile zusammengeschnitten werden. Die Szenen wurden hin und her kopiert, gekürzt, und mit musikalischer Untermalung versehen. Dabei mussten die Macher immer die Qualität im Auge behalten und auf die Zehntelsekunde genau schneiden.

1995 war es dann so weit und der Film konnte erstmals vorgeführt werden. Schon damals zeigten sich die Zuschauer begeistert. Dann verschwand das Ergebnis jedoch im „Archiv“. Vor Kurzem kam bei den Machern die Idee auf, den Film nach 20 Jahren noch einmal vorzuführen. Man machte Mund-zu-Mund-Propaganda bei den Nachbarn und der große Saal des Haselauer Landhauses wurde zur Verfügung gestellt. „Wir wussten nicht, wie die Reaktionen sein würden und ob überhaupt jemand kommt“, sagt Arne Claußen. Die Furcht war unbegründet, die Resonanz groß. Denn nach dem Ende der Vorführung saßen die Haselauer noch lange zusammen, um über das Gesehene und die Vergangenheit zu schnacken.

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