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Uetersener Nachrichten

19. August 2017 | 14:01 Uhr

Wahlkampfbesuch : Das Betreuungsgeld stoppen!

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auf klare Worte in Sachen Betreuungsgeld hofft der SPD-Landtagskandidat Thomas Hölck, wenn die Bundesfamilienministerin Kristina Schröder heute nach Uetersen ins Parkhotel kommt. „Sie macht es sich zu einfach“, sagt der Sozialdemokrat, denn die Christdemokratin hat bisher eine klare Positionierung vermieden. „Als zuständige Fachministerin muss sie den Bürgern erklären, wofür sie steht.“ Die Bundesregierung wolle ein Gesetz beschließen, das zum Fernbleiben einer vorschulischen Betreuungseinrichtung beiträgt. „Die Einführung des sogenannten Betreuungsgeldes in Höhe von zwei Milliarden Euro ist nichts anderes als eine Kita-Fernhalteprämie, die auch noch grundlegend unsozial ist“, kritisiert der Haseldorfer SPD-Kandidat die in den Koalitionsvereinbarungen fixierten Pläne von Schwarz-Gelb. Da könne die vermögende Hausfrau sich eine Kinderfrau leisten, während die alleinerziehende Mutter, die für die Sicherstellung des Lebensunterhalts berufstätig ist, die Kindergartengebühren zahlen müsse.

Außerdem werden mit der Einführung des Betreuungsgeldes falsche Anreize geschaffen. Kinder, für die der Besuch einer Betreuungseinrichtung sehr sinnvoll wäre, werden möglicherweise nicht in einer Kita angemeldet. Ein Besuch in einer Kita dient der Integration in die Gesellschaft und der Vorbereitung auf die Grundschule, so Hölck. Es muss befürchtet werden, dass durch das Betreuungsgeld gerade Kinder mit einem frühen Förderbedarf vom Kindergarten ferngehalten werden. „Eine frühe Förderung ist eine Grundlage für einen positiven Bildungsverlauf in der Grundschule“, sagt er. Immerhin schreibe auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, den Christdemokraten ins Stammbuch, dass „die Auszahlung des Betreuungsgeldes Kindern, vor allem in sie benachteiligenden Verhältnissen, Schaden zufügen kann.“

Die zwei Milliarden Euro dürften nicht für diesen verfehlten Politikansatz ausgegeben werden, schlussfolgert der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende. „Der Betrag muss für die Unterstützung der Kommunen beim Bau der Kitas oder für die Einführung eines beitragsfreien Kitajahres verwendet werden“, fordert Thomas Hölck. „Das Betreuungsgeld muss gestoppt werden!“

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erstellt am 01.Mai.2012 | 20:56 Uhr

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