zur Navigation springen

Abschlussarbeit : Das beeindruckte sogar die Lehrer

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Dass Schüler so etwas fertig bringen. . . Die Lehrer an der Gustav-Heinemann-Schule staunten nicht schlecht, als ihnen Yannick Glout und Moritz Gahlke aus der Klasse 10a das Ergebnis ihrer Projektarbeit vorstellten: einen funktionstüchtigen Holzgasgenerator, montiert auf einem Fiat Punto. Auch Schulleiter Wolfgang Balasus war überrascht vom technischen Können und von der Idee der beiden Jungen.

Mehrere Wochen Zeit hatten die beiden Schüler benötigt, den Generator zu entwickeln. Angeregt worden waren sie von einem Beitrag in einem Buch, in dem ein Auto mit Holzgasgenerator vorgestellt worden war. Nachdem sie sich mit der Theorie vertraut gemacht hatten (ein spezielles Verfahren wurde von Georges Imbert für den mobilen Verkehrsbereich entwickelt. Er baute seine Anlage 1923 zunächst in einen Opel ein und verbesserte seine Generatortechnik zu einer zuverlässigen wirtschaftlichen Anlage, die später auch von Nutzfahrzeugen verwendet wurde), machten sich beide ans Werk. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang es ihnen tatsächlich, dem Holz das Gas zu entlocken. Mit Buchenholz (Pellets) war ein geeignetes Material gefunden worden, um das Auto anzutreiben (25 bis 30 Kilogramm reichen nach Angaben der beiden Konstrukteure für eine 100 Kilometer lange Strecke).

Die Holzvergasung ist eine verfahrenstechnische, chemische Reaktion: durch Teilverbrennung wird unter Luftmangel aus Holz brennbares Holzgas gewonnen. Was schon vor 90 Jahren funktionierte, klappt natürlich auch heute noch. Obwohl die beiden Jungen wissen, dass der Holzgasgenerator heute als eher unwirtschaftlich angesehen wird, haben sie es immerhin geschafft, ihrer Generation zu zeigen, dass auch Holz geeignet sind, um ein Auto anzutreiben. Und wer weiß: Vielleicht gibt es in Zukunft wieder Krisenzeiten, in denen technische Verfahren eine Renaissance erfahren, die derzeit nur im Geschichtsbuch zu finden sind. Immerhin führte der Treibstoffmangel während des Zweiten Weltkriegs dazu, dass sogar die Deutsche Reichsbahn den Einsatz von Holzkohlevergasern an Rangierlokomotiven testete. Yannick Glout und Moritz Gahlke jedenfalls erhielten für ihre Arbeit eine glatte Eins.

Das Auto kann gekauft werden. Wer es haben möchte, gefahren werden kann es mit Holzgas und Benzin, wendet sich an Moritz Gahlke, 0170/5767534. Der Verkaufserlös dient der Finanzierung der Abschlussfeier der Klasse 10a im Sommer.

zur Startseite

von
erstellt am 06.Jan.2013 | 21:11 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert