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Uetersener Nachrichten

24. Oktober 2017 | 14:16 Uhr

Einschreibung : Das Baugewerbe ist weiblich

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ihr Lächeln ist herzerwärmend, ihr Charme umwerfend: Die Itzehoerin Celine Horter ist eine von zwei Frauen, die zusammen mit 99 Männern vor vier Monaten eine Ausbildung im Baugewerbe begonnen haben. Sie werden Maurer, Zimmerer, Straßenbauer, Fliesenleger oder Stahlbetonbauer.

shz.de von
erstellt am 27.Nov.2015 | 18:12 Uhr

Gestern trug sich Celine Horter mit 70 weiteren Lehrlingen, allesamt männlich, in die Innungsrolle für die Kreise Pinneberg und Steinburg ein und erzählte den Uetersener Nachrichten ihre Geschichte.

Und die beginnt bei einer großen Versicherung in ihrer Heimatstadt, bei der sie nach dem Abitur ursprünglich ihre berufliche Laufbahn beginnen wollte. Den Ausbildungsvertrag hatte sie schon in der Tasche, als sie ein Praktikum machte und feststellte: „Versicherung ist überhaupt nicht mein Ding.“ Nach einem Gespräch mit ihrem Vater habe sie dann eine andere Richtung eingeschlagen, sagte sie.

Sie kündigte den Vertrag und bewarb sich beim Hohenlokstedter Bauunternehmen Dirk Kage, wo sie jetzt zur Maurerin ausgebildet wird und nebenbei in Lübeck studiert, um anschließend Bauingenieurin zu werden.

„Wir haben in jedem Jahrgang meistens einen Bewerber, der ein duales Studium absolviert“, sagte Innungsobermeister Norbert Lanz. Er hatte die jungen Handwerker zuvor in einer Halle auf dem Gelände der Berufsbildungsstätte in Elmshorn begrüßt und dabei von einer „ganz privaten“ Einschreibungsfeier gesprochen.

Nach der vorläufigen Schließung der Elbmarschenhalle wegen Insolvenz des Betreibers mangelt es an großen Räumen für die traditionelle zentrale Einschreibungsfeier aller handwerklichen Berufe. Deshalb wurde darauf in diesem Jahr erstmals verzichtet.

Mit dem Eintrag in die Handwerksrolle verpflichten sich die Lehrlinge, ihren Beitrag zu einer guten Ausbildung zu leisten. Wie gut sie am Ende abschneiden, wird entscheidend von ihrer Fähigkeit abhängen, mit theoretischem Wissen umzugehen. „Das Handwerk ist im Laufe der letzten Jahrzehnte deutlich komplexer geworden“, sagte Norbert Lanz. Folge: Im ersten Lehrjahr verbringen die Auszubildenden viel Zeit an der Berufsschule und erarbeiten sich hier das notwendige Hintergrundwissen.

Am Rande der Einschreibungsfeier appellierte Norbert Lanz an seine Kollegen, sich noch stärker als bisher in der Ausbildung zu engagieren. Er rechne damit, dass viele Zuwanderer in den nächsten Jahren in das Handwerk drängten. „Wenn wir die gut ausbilden, können wir sie integrieren. Dann stehen die Chancen gut, dass sie bleiben und wir sie nicht an den IS verlieren“, sagte der Innungsobermeister.

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