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Nacht der Klarinetten : Das Aus für „appen classics“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Es war einer jener Abende, die belegen, warum „appen classics“ über eine feste Fangemeinde verfügt und Karten schon weit im Voraus ausverkauft sind. Sabine Meyer, Klarinettistin von Weltruf und Professorin an der Musikhochschule Lübeck, gab zusammen mit ihren Meisterschülern und ihrem Mann Reiner Wehle – er lehrt ebenfalls an der Universität der Hansestadt – ein vulminantes Konzert im Bürgerhaus.

Doch am Beginn schockte appen classics-Mastermind Michael Herm die Zuhörer. „Das nächste Konzert am 11. Oktober wird das letzte in der Reihe sein“, sagte er. Steigende Bürokratisierung und die daraus erwachsenden Einschränkungen für den Verein machte er dafür verantwortlich.

Für das Bürgerhaus gelten verschärfte Brandschutzregeln. Dies führt dazu, dass jedes Konzert einzeln beantragt und genehmigt werden muss. „Dadurch ist eine langfristige Planung nicht mehr möglich, um Weltstars wie Sabine Meyer, Christian Tetzlaff, David Geringas oder Lang Lang zu buchen“, erklärte Herm den Zuhörern. Das Team von „appen classics“ habe daher die Entscheidung getroffen, die Reihe im Oktober ausklingen zu lassen, weil alle anderen Entscheidungen zu einem Qualitätsverlust geführt hätten, der nicht zu der Veranstaltungsreihe passe.

Zwei Konzerte pro Jahr organisierte appen classics seit dem Wiederaufleben 2010 (Bereits zwischen 1995 und 2000 gab es diese Reihe). Eines mit Stars der Klassik und eines mit Musikern, die das Zeug dazu haben, es einmal zu werden. Nachdem Sabine Meyer im Herbst 2013 mit ihrem „Trio di Clarone“ in Appen aufgetreten war, kam sie nun zur „Nacht der Klarinetten“ ins Bürgerhaus.

Mitgebracht hatte sie Liana Leßmann, Vera Karne, Romana Katzenberger, Martin Fuchs, Krzysztof Grzybowski, Yagizcan Keskin, die ihre frühe Klasse unter Beweis stellten. Beeindruckend der deutlich merkbare persönliche und freundschaftliche Umgang der „großen Musiker“ mit ihren Schülern.

Diese Harmonie zeigte sich insbesondere bei den kongenial gespielten Quintetten von Mozart, die in unterschiedlichen Formationen den Eindruck vermittelten, schon Jahre miteinander zu musizieren. Die jungen Musiker brillierten in den beiden Solostücken von Denissow und Strawinsky und den Duoparts von Francaix und Poulenc. Das Publikum zeigte sich beeindruckt von der hohen Virtuosität der Meisterschüler und dankte ihnen mit frenetischen Beifall. Sie ließen nach dem letzten Quintett die Musiker auch erst nach einer Zugabe das Bürgerhaus verlassen.

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erstellt am 17.Feb.2015 | 21:47 Uhr

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