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Uetersener Nachrichten

13. Dezember 2017 | 10:26 Uhr

Streitfall : ... darum bin ich nun Protestant

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Auf der Nordseeinsel Nordstrand gibt es bereits seit mehr als 100 Jahren ein Kinder- und Jugendhaus, das seit geraumer Zeit von der Caritas betrieben wird.

shz.de von
erstellt am 14.Apr.2015 | 21:40 Uhr

Eigentümer des Gebäudeensembles ist das Erzbistum Hamburg. Dieses Kinder- und Jugendhaus St. Franziskus soll geschlossen werden. Das in den 1970er Jahren errichtete Betriebsgebäude entspreche nicht mehr den baulichen Auflagen der Behörden zur Betreibung eines Kinderheimes, so teilen es die Caritas und das Erzbistum auf der Homepage des Heimes mit (www.haus-st-franziskus.de). Aufgrund des Alters des Gebäudes wäre eine Sanierung nicht sinnvoll. Ein Neubau sei für das Erzbistum Hamburg nicht finanzierbar. Das Erzbistum habe seit 2006 rund eine Million Euro in den Erwerb und in den Erhalt der Immobilie investiert. Aktuell belaufe sich der Investitionsbedarf auf mindestens 1,7 Millionen Euro.

Und: „Für ein Kinder- und Jugendhaus auf Nordstrand lässt sich kein zukunftsfähiges Konzept entwickeln“, begründete Caritasdirektorin Angelika Berger die Entscheidung des Verbandes. Wegen der im Kreis Nordfriesland vorhandenen Kapazitäten an Betreuungsplätzen gebe es für eine Einrichtung dieser Größe an der schleswig-holsteinischen Westküste im Ergebnis keinen Bedarf mehr.

Derzeit leben noch 26 Kinder, Jugendliche und Mütter in dem Heim. Für diese und die Mitarbeiter werde nach verträglichen Lösungen gesucht, heißt es seitens des Erzbistums. Inzwischen ist der Eigentümer zudem im Dialog mit einem möglichen Investor, dem Allgemeinarzt und Arbeitsmediziner Dr. Uwe Krüger, der auf Nordstrand lebt. Der möchte das Haus erhalten. Nach UeNa-Informationen wird ein neuer Betreiber aber weiterhin gesucht. Kritiker des Beschlusses, sich von dem Kinderhaus zu trennen, sprechen von unchristlichem Verhalten der katholischen Kirche. Mit der Schließung des Heimes verlören die dort lebenden Kinder und Jugendlichen ihre Heimat, ihr soziales Umfeld und alles, was sie sich mühsam im Laufe der letzten Jahre auf Nordstrand aufgebaut hätten. Es seien Kinder und Jugendliche, die sich verlassen hätten auf das Versprechen, hier dauerhaft ein verlässliches Zuhause zu bekommen. Auf der Homepage „http://mein-offener-brief.de“ werden Unterstützer gesucht, mit deren Hilfe es nun gelingen soll, das Heim zu erhalten. Einer dieser Unterstützer ist Arne Bruhn aus Moorrege. Der beteiligt sich an den Mahnwachen vor katholischen Gotteshäusern im Zuständigkeitsgebiet des Erzbistums und spricht von „Deportation“. Zuletzt hatte er sich am Montagabend vor der Christkönigskirche eingefunden, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Willkommen war er dabei offensichtlich nicht, denn auf Kirchengrund durfte Bruhn nicht protestieren. Er vermisse die Nächstenliebe, von der die Bibel spreche, so Bruhn. Hier könne die katholische Kirche einmal zeigen, was sie damit meine. Mahnwachen kündigt Bruhn auch für die Zukunft an.

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