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Uetersener Nachrichten

12. Dezember 2017 | 05:14 Uhr

Ökumene : Darf ein Christ den Becher reichen?

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Friedrich Schiller hat die Menschheit in „Kabale und Liebe“ – Fünfter Akt – wissen lassen: „Selbstmord ist die abscheulichste Sünde, mein Kind!“ Seit Augustinus galt, dass der Suizid unter allen Umständen verboten ist. Das 1. Konzil von Braga (561) bestimmte, dass Selbstmördern die kirchliche Bestattung versagt werden soll. Dieses Verbot wurde von der katholischen Kirchenleitung erst 1983 aufgehoben - nach 1422 Jahren der „Tradition“ aufgehoben. Wie sehen es die Lutheraner? Inwiefern wird Selbstmördern/dem Suizid dort die Gnade oder das Mitleid gegenübergestellt.

shz.de von
erstellt am 23.Apr.2015 | 17:58 Uhr

Gibt es Unterschiede zwischen Selbstmord und Suizid, wie der Mediziner und Vatikanberater Manfred Lütz einst äußerte? Und was ist mit der Sterbehilfe? Ist diese nach christlicher Lehre zulässig? Die Ökumene in Uetersen wird sich am 10. Juni diesbezüglich Gedanken machen. Schon jetzt sei auf diesen Themenabend in der Christuskirche hingewiesen, der um 20 Uhr beginnen wird.

Er knüpft an die ökumenischen Abende zu den Themen Taufe, Eucharistiefeier/ Abendmahl und Halloween/ Reformationstag/ Aller Heiligen an. Dürfen Christen beim Sterben helfen? Was ist „Sterbehilfe“?

Darf ein Arzt aus ethischen Gründen bei einem unheilbar Kranken, der sich nur noch quält, die lebenserhaltenen Geräte abstellen?

Darf ein Angehöriger beim Suizid helfen, indem er das Gift bereitstellt? Wie ist es mit hilfreichen Medikamenten, die zwar die Schmerzen lindern, aber das Leben verkürzen? Und wie sehen Christen die Sterbehilfe? Hat doch Gott den Menschen das Leben geschenkt – ist es auch noch ein Geschenk, wenn es zur quälenden Last wird?

Am 10. Juni geht es um den Schutz des Lebens, über aktive und passive Sterbehilfe, über organisierte Hilfe zum Suizid und auch über die Veränderungen, die diese Diskussion in der Anschauung von „wahrem Leben“ bedeutet.

Dabei stehen weniger Referate oder Vorträge im Mittelpunkt, als vielmehr das Gespräch unter Christen, die von der Heiligkeit des Lebens überzeugt sind.

Über den Umgang mit der Sterbehilfe in Deutschland soll der Bundestag am 6. November dieses Jahres ein Gesetz verabschieden. Es hat sich eine heiße Diskussion entwickelt, die vermutlich in einer Gewissensentscheidung münden wird. Wobei der (grundsätzlich rechtswidrige) „Fraktionszwang“, aufgehoben werden müsste.

Wenn man so will, knüpft dieser Abend auch an die Judas-Frage an, die zuletzt während eines Theaterspiels in der Klosterkirche Thema war (wir berichteten). Lebt Judas noch heute in der Hölle. Wenn das so ist, dürfte sein Selbstmord (Zweifel an der Gnade Gottes), nicht der Verrat selbst, dafür verantwortlich sein. Sonst würde Petrus auch in der Tiefe schmoren. Denn auch er verriet Jesus Christus, indem er leugnete, ihm gefolgt zu sein. Doch Petrus wurde der erste Papst. Weitere Details zum ökumenischen Abend gibt es demnächst in den UeNa.

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