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Bundeswehr verlässt Afghanistan : Damit es mit dem Abzug klappt

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Erneut war am Mittwoch Afghanistan und der dortige Krieg gegen den Terror der Taliban Thema bei den „Appener Gesprächen“. Doch ging es diesmal nicht um eine Berichterstattung der gefahrvollen Situation vor Ort, sondern um den beschlossenen Rückzug, der inzwischen begonnen hat und Ende 2014 abgeschlossen sein soll. Referent war Oberstleutnant (OTL) Ullrich Kraus, Kommandeur des Logistikbataillons 162 in Boostedt. Dieses Bataillon ist mit dem Rücktransport von Waffen und Material – unter anderem 1700 Fahrzeuge – beauftragt worden. Keine einfache Sache, doch mit viel Engagement zu wuppen, wie der Referent erläuterte.

Drehscheibe ist die Schwarzmeerstadt Trabzon in der Türkei. Am Hafen hat die Bundeswehr einen Verladepunkt errichten lassen und betreibt diesen bereits. Denn die ersten Flieger aus Afghanistan, große Transportflugzeuge vom Typ „Antonow“, sind schon auf dem nur fünf Kilometer vom Hafen entfernten Flughafen gelandet. Ein Schiff, beladen mit Panzern, Haubitzen und Geländefahrzeugen, ist bereits in Wilhelmshaven gelöscht worden.

Die Zusammenarbeit mit den türkischen Stellen sei angenehm, die Bundeswehr genieße ein hohes Ansehen. Insbesondere sei er von der Vertragstreue der Türken sehr angetan, so der Stabsoffizier, der sagte, dass er der Einladung von Oberst Klaus-Christian Kuhle zu den „Appener Gesprächen“ gerne gefolgt sei.

Die Bundeswehr ziehe sich mit ihren gepanzerten Fahrzeugen aus Afghanistan zurück. Ferner mit allen weiteren Waffen und Fahrzeugen, insofern sie weiterhin verwendet werden könnten. Man dürfe nicht vergessen, dass die Geräte mehr als zehn Jahre lang im Einsatz waren, das verbessere ihren Zustand nicht gerade.

Abgängige Materialien würden vor Ort, also in Afghanistan, verwertet. Das erspare teure Rückführungskosten für Schrott, so der Logistiker. Den entsprechenden Markt für technische Geräte gebe es in Afghanistan, das habe ihn selbst erstaunt.

Eine solche Rückführung bedeute eine Herausforderung. Es gebe ein enges Zeitfenster und leider keinen Seeweg direkt von Afghanistan aus. Man sei aber sicher, die Probleme wuppen zu können. Die Idee, das Meiste über Trabzon laufen zu lassen, stoße auch bei anderen ISAF-Partnern auf Interesse, sodass die Bundeswehr auch deren Material zurückführe.

Insbesondere sei sein Bataillon auch dafür verantwortlich, die Waffen so zu sortieren, dass sie in Deutschland sofort den richtigen Depots zugeordnet werden können. Das sei am Ende anderer Kampfeinsätze nicht gemacht worden. Damals herrschte das Motto: Alles rein in die Container und dann in Deutschland sortieren. . .

Die Bundeswehr geht raus, welche Probleme bleiben? Antworten darauf und weitere Informationen aus Afghanistan gibt es am 23. Oktober im Parkhotel Rosarium. Der frühere Bundeswehr-Offizier Björn Schreiber wird von 19 Uhr an zum Thema berichten.

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erstellt am 17.Okt.2013 | 17:59 Uhr

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