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Alphabetisierungskurs für Erwachsene : Damit das Lesen nicht mehr Qual ist

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Gestern, am 8. September, wurde der Weltalphabetisierungstag begangen. Im Flur des VHS-Gebäudes Tornescher Hof macht derzeit eine Ausstellung des Volkshochschul-Landesverbandes darauf aufmerksam, dass es auch in Deutschland viele Erwachsene gibt, die nicht ausreichend lesen und schreiben können.

shz.de von
erstellt am 08.Sep.2013 | 19:23 Uhr

Laut einer Studie der Universität Hamburg aus dem Jahr 2010 gibt es in der Bundesrepublik Deutschland 7,5 Millionen funktionale Analphabeten. Sie verfügen über so geringe Lese- und Schreibkompetenzen, dass sie am alltäglichen Leben nur schwer teilhaben können. Die Ursachen für diese geringen Grundkompetenzen sind verschieden, aber unabhängig vom Alter gibt es Möglichkeiten, Betroffene beim Erlangen dieser Grundkompetenzen zu unterstützen. Die VHS Tornesch-Uetersen startet morgen mit einem Alphabetisierungskurs für Erwachsene. Da mit acht Anmeldungen mehr als gedacht vorliegen, werden zwei Kurse gebildet, in denen in Kleingruppen dort mit dem Erwerb oder dem Vertiefen der Lese- und Schreibfähigkeiten angesetzt wird, wo die Betroffenen stehen. Geleitet werden die Kurse von Lerntherapeutin Anke Ramson. Sie verfügt über Erfahrungen in der Arbeit mit Legasthenikern und weiß um die negativen Erfahrungen und Ausgrenzungen, die Menschen mit geringen Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen erlebt haben und erleben. „Es gehört viel Mut dazu, sich zu bekennen. Das schätzen wir sehr hoch. Wir wollen mit unserem Angebot helfen, Blockaden abzubauen, Selbstvertrauen zu finden und Versäumtes nachzuholen“, betonen VHS-Leiterin Inga Pleines und Kursleiterin Anke Ramson.

Vorerst sind zehn Treffen in den beiden Kleingruppen geplant. Je nach Entwicklung und Motivation der Teilnehmer wird es weitere Kurstreffen geben. Auch neue Anmeldungen werden jederzeit entgegengenommen und berücksichtigt. „Der Kurs ist für jedes Alter offen. Es ist nie zu spät, die Lese- und Schreibfähigkeiten auszubauen und der Energie, die in das Verheimlichen der geringen Lese- und Schreibfähigkeiten gesteckt wurde, eine neue Richtung zu geben“, so Anke Ramson.

Die Treffen erfolgen jeweils in der Fritz-Reuter-Schule. Vorerst als Abendkurs, aber auch vormittags seien Treffen möglich, so die Kursleiterin. Sie und VHS-Leiterin Inga Pleines hoffen auf Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen, die Betroffene motivieren, an einem Alphabetisierungskurs teilzunehmen.

Die Kurse werden in geringem Maße über EU-Mittel und Mittel des VHS-Landesverbandes bezuschusst. Als weiterer Sponsor hat sich die AWO-Tornesch gemeldet. „Wir sind der AWO sehr dankbar und freuen uns über jeden weiteren Kurs-Sponsor, denn die Teilnehmer haben nur geringe Einkommen“, macht Inga Pleines deutlich.

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