Die Polizei ist geschockt : Da vergeht einem der Appetit!

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„Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“, so hieß es früher in der Werbung. Doch was auf deutschen Straßen zuweilen transportiert wird und dem Verbraucher später lecker schmecken soll, beschert wohl alles andere als genussvolle Momente. Immer wieder stellt die Polizei fest, dass Fleischtransporte unzureichend gekühlt sind. Manchmal sogar gar nicht. So auch am Dienstag.

shz.de von
20. Mai 2015, 17:23 Uhr

Da wurde in Elmshorn durch Beamte ein 3,5-Tonner aus Kiel angehalten, weil er aufgrund seines baulichen Zustands auf die Polizisten einen schlechten Eindruck ausübte. Das Drama nahm nun Gestalt an. Der 25-jährige Fahrer öffnete zu Kontrollzwecken die Ladefläche. Was dabei zum Vorschein kam, waren ungekühlte Tiefkühlwaren, Getränkekisten und – Schrott. Da keinerlei Kühlung vorhanden und die Ware bereits angetaut war, wurden der Umweltschutztrupp der Polizei und zwei Lebensmittelkontrolleure des Kreises hinzugezogen. Um den auffallend schlechten Zustand des Fahrzeuges überprüfen zu können, riefen die Polizisten zudem einen Kfz-Sachverständiger herbei, der den Lkw hinsichtlich seiner Verkehrstüchtigkeit untersuchte.

Durch die Lebensmittelkontrolleure wurden etwa 50 Kilogramm Lebensmittel (Pommes Frites, diverse Saucen, Backzutaten, Gemüse und Fleisch) untersucht. Unfassbar war dabei der Fund eines Dönerspießes, welcher bereits am Grillspieß hing und anschließend wieder tiefgefroren worden war. Der Ekel-Spieß lag angetaut und ohne jegliche Verpackung in einer Plastikkiste. Zusätzlich waren die „selbst hergestellten Saucen“, wie angegeben wurde, nicht gekennzeichnet.

Die Ware musste vor Ort entsorgt werden, auf Kosten des Verursachers, der ermittelt werden konnte. Die Produkte wurden als nicht mehr verkaufsfähig eingestuft. Durch die Umweltschutzpolizei wurde ein Strafverfahren wegen des Verstoßes gegen das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch eingeleitet.

Bezüglich des Lkws stellte der Sachverständige ganz erhebliche Mängel im Bereich der Bremsen und der Karosserie fest. Die Karosserie war, gleich mehrfach, komplett an tragenden Teilen durchgerostet. Zudem waren die Bremsleitungen beschädigt und verschlissen, so dass es bei einer Vollbremsung jederzeit zu einem Platzen der Leitungen hätte kommen können. Auch der Sachverständige hatte schon lange kein Fahrzeug mehr gesehen, das so viele verkehrsunsiche Mängel aufwies und kurz vor dem Ausfall der Bremse stand. Er stellte insgesamt 43 (!) verkehrsunsichere und erhebliche Mängel fest. Die Kennzeichen des Lkw wurden sichergestellt und werden zwecks Außerbetriebsetzung an die Zulassungsstelle gesandt. Ein Ordnungswidrigkeitenverfahren, das bedeutet Kosten in Höhe von 270 Euro und ein Punkt in Flensburg, wurden gegen Fahrer und Halter eingeleitet.

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