lMG’ler an der Kamera : Couragierter Lehrer im Portrait

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Sie sind ganz schön fleißig und auch kreativ, die Mädchen und Jungen am Ludwig-Meyn-Gymnasium. Insbesondere geschichtlich konnten die Schüler bereits manchen Coup landen und bundesweite Aufmerksamkeit erfahren. Das von Gymnasiasten erstellte „Uetersen-Lexikon“ wurde 2013 als bestes deutsches Schulprojekt in Berlin ausgezeichnet.

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22. Dezember 2014, 21:15 Uhr

Jetzt haben Zwölftklässler unter der Regie von Lehrer Dr. Sönke Zankel ein Filmportrait über einen Kellinghusener Lehrer erstellt, der zwei Jahre lang von Neonazis bedroht beziehungsweise terrorisiert worden sei, heißt es in einer Beschreibung des Projekts. Walter Vietzen lebt im kleinen Ort Kellinghusen. In den Jahren 2008 und 2009 wurde ihm von Rechtsextremisten nachgestellt. Damals hieß es, dass der „braune Terror“ in die Stadt zurückgekehrt sei. Dieser gipfelte in einem Brandanschlag auf die örtliche Polizeiwache. Schon 1980 griffen Neonazis Menschen in Kellinghusen an.

Die Ereignisse, die vor sechs Jahren begannen, waren der Grund, warum sich die Gruppe vom Ludwig-Meyn-Gymnasium dem Fall des Lehrers Walter Vietzen angenommen hatte. Die Pennäler haben über ein Jahr hinweg an ihrem Dokumentarfilm gearbeitet, haben sich mit der Technik des Filmens und Schneidens beschäftigt, umfangreich recherchiert und mehrere Interviews geführt. Unter den Interviewten ist auch Vietzen.

Die Schüler beeindruckte, dass sich die Geschehnisse erstens nicht weit von ihnen entfernt ereignet haben. So betont der Schüler Maximilian: „Das Filmprojekt hat mir vor Augen geführt, wie präsent der Rechtsextremismus auch in unserer näheren Umgebung ist.“ Zudem war das Engagement des Lehrers für die Schüler eindrucksvoll und wichtig. Der siebzehnjährige Tobias meint dazu: „Ich habe definitiv gelernt, dass es wichtig ist, sich nicht immer sofort kleinkriegen zu lassen, sondern im Gegenteil aufzustehen und sich zu wehren.“

Wie engagiert die Schüler waren, zeigt sich nicht nur daran, dass sie es durchgehalten haben, ein Jahr lang an dem Film zu arbeiten. Vielmehr zeigt sich ihr großes Engagement dadurch, dass sie sich jenseits des Unterrichts und der schulischen Verpflichtung engagiert haben.

Entstanden ist aber nicht nur ein Film über den engagierten Lehrer Walter Vietzen. Der Film erzählt auch, wie vorbildlich sich die örtliche Polizei in diesem Fall engagiert hat – eine Geschichte, die sonst selten erzählt wird.

Letztlich endeten hauptsächlich durch ihre langwierigen Bemühungen die Übergriffe auf Walter Vietzen. Der Film ist im Internet zu sehen unter: „http://uetersentv.de/ kategorie/doku“.

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