Fußball : Cordts wie Lionel Messi

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Als das Derby der Kreisklasse 4 zwischen den 3. Herren des TSV Uetersen und den 2. Herren des Heidgrabener SV 48 Minuten alt war, startete TSV-Stürmer Daniel Cordts aus dem halbrechten Mittelfeld einen Sololauf: Fünf Heidgrabener konnten Cordts nicht stoppen, so dass er aus 15 Metern halblinker Position ins kurze Eck zum 2:0 einschoss.

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26. November 2012, 20:50 Uhr

Solche Aktionen, wie man sie auf höherem Level von Lionel Messi, dem Weltklasse-Kicker in Diensten des FC Barcelona, immer wieder sieht, gibt es in der Kreisklasse nicht oft. „Das hat Cordts sehr, sehr schön gemacht“, lobte denn auch TSV-Trainer Gerhard von Drathen, während HSV-Coach Benjamin Köhnke stöhnte: „Ich hätte mir gewünscht, dass einer unserer Verteidiger dieses Tor mit einem taktischen Foul verhindert!“ Dass dies nicht geschah, monierte auch Gäste-Keeper Pascal Fritz lautstark.

So wie Cordts bei seinem Tor glänzte Fritz in der ersten Halbzeit gleich mehrmals: Als Andreas Stubben alleine auf ihn zulief (5.), blieb der Keeper ebenso Sieger wie bei Thorsten von Drathens Kopfball. „Er hat sehr stark gehalten“, lobte Gerhard von Drahten den Torwart, der erst in der 30. Minute geschlagen war: Cordts köpfte eine Flanke von Andreas Stubben zum 1:0 ein – laut Köhnke ging der Vorbereitung dieses Treffers allerdings eine Abseitsposition voraus. „In der ersten Halbzeit haben wir uns mit großer Leidenschaft gewehrt und viele Torschüsse gut abgeblockt“, war Köhnke zur Pause nicht unzufrieden.

Nach dem Cordts-Solo begann der Widerstand der Gäste langsam aber sicher zu bröckeln – und war nach dem 3:0, das Marcel Lügger nach einer schönen Kombination erzielte (71.), endgültig weggeblasen. Christian Posern erhöhte nur zwei Minuten später auf 4:0. Wohl auch, weil Köhnke mit Rainer Philippeit und Florian Laß zwei wichtige Defensivkräfte angeschlagen auswechseln musste, hatten die Rosenstädter in der Schlussphase leichtes Spiel. Einen listig aufs kurze Eck gezirkelten Freistoß schlug Fritz noch im Stile eines Feldspielers von der Linie (80.), doch nach der folgenden Ecke traf Posern nach einem Doppelpass mit Pascal Pein zum 5:0. „Soll ich gleich aus dem Tor gehen“, fragte Fritz seine Vorderleute genervt.

Fritz blieb natürlich – und kassierte noch den 6:0-Endstand, für den Lügger nach einem Freistoß aus Nahdistanz sorgte (86.). Dann sah Uetersens Jan-Philip Prill wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte (88.). „Wir haben auch in der Höhe verdient gewonnen, weil Heidgraben am Ende nicht mehr energisch genug verteidigt hat“, befand Gerhard von Drathen. Köhnke gab zu: „Am Ende hat der nötige Biss gefehlt!“

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