Hauptausschuss : Computer in den Ratssaal

Die Uetersener Politik will von Papier auf Computer umsteigen. Auf den Tischen im Ratssaal sollen künftig nicht hunderte von Blättern, sondern iPads oder ähnliche Geräte liegen. Die Sitzungsunterlagen rufen sich die Gremienmitglieder dann über das Ratsinformationssystem am Bildschirm auf. Zudem sollen sie während der Beratungen im Internet recherchieren können.

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25. November 2013, 21:32 Uhr

Im Gespräch ist, dass die Stadt für jeden Lokalpolitiker ein sogenanntes Tablet oder ein Netbook kauft – insgesamt 70 Stück. Der Steuerzahler müsste dafür zwischen 18000 und 35000 Euro ausgeben. Für neue Stromleitungen im Ratssaal und den vier Fraktionszimmern kämen noch einmal 30000 Euro dazu.

Im Gegenzug würde die Stadt Kopierkosten in Höhe von jährlich 12000 Euro und Personalausgaben sparen, zum Beispiel für einen Kurier.

Das Ratsinformationssystem gibt es seit drei Jahren. Jeder Internetnutzer kann sich die öffentlichen Sitzungsunterlagen der Stadt Uetersen dort abrufen. Mehr als die Hälfte der Ratsherren- und -frauen sowie der bürgerlichen Mitglieder greift bereits darauf zu, fast ein Drittel verzichtet sogar ganz auf Papierkopien.

Doch nicht alle befürworten den Umstieg. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ingo Struve berichtete zwar nur von einem Gegner in seinen Reihen. Doch bei der BfB sieht die Ablehnung stärker aus. „In meiner Fraktion können sich viele nicht vom Papier trennen“, sagte Fraktions-Chef Hans-Dieter Witt. Trotzdem erklärten die Hauptausschuss-Mitglieder während ihrer jüngsten Sitzung einstimmig den Willen zum Umstieg. Nur die Details sind noch offen.

Sollen iPads 4 à 499 Euro, sogenannte Android-Tablet à 250 Euro oder zu demselben Preis sogenannte Netbooks, Laptops ohne DVD-Laufwerke, angeschafft werden? Vorteil der teureren Lösung: Für das iPad 4 gibt es ein Programm (App), das den bequemen Zugriff auf das Ratsinformationssystem erlaubt. Mit den anderen Geräten müsste man die Unterlagen über den Internet-Browser aufrufen. Laut Verwaltung läuft die App aber nur auf dem iPad 4, das bereits veraltet ist. Ohnehin rät die Verwaltung zu Netbooks, da sie angeblich länger halten und besser ausgestattet sind.

Die Politiker wollten sich noch nicht entscheiden. Zu viele Fragen waren offen. Struve wollte wissen, wie hoch die einzusparenden Personalkosten sind.

Heike Baumann (SPD) fragte, wie sich die Bildschirmauflösung der Varianten unterscheidet, ob die Geräte auch privat genutzt werden dürfen und, ob Politiker eine Nutzungsgebühr erhalten, wenn sie ihr eigenes iPad mitbringen. Das Thema steht für die Hauptausschusssitzung am Dienstag, 3. Dezember, erneut auf der Tagesordnung. Beginn ist um 19 Uhr.

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