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Walter-Damm-Preis : Christian Nahrwold steht für Inklusion

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Der diesjährige Walter-Damm-Preis geht nach Schenefeld: Gestern ist im Appener Bürgerhaus mit Christian Nahrwold ein Mann geehrt worden, der sich seit 25 Jahren im Lebenshilfe-Partnerclub engagiert. Der integrative Kinder- und Jugendclub führt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen und bietet mindestens zwei Mal in der Woche gemeinsame Freizeitaktivitäten an.

Schleswig-Holsteins Sozialministerin Kristin Alheit bezeichnete Nahrwold und den Partnerclub in ihrer Laudation als Vorbilder für eine erfolgreiche Inklusion. „Wenn Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam aktiv sind, ist das eine Gemeinsamkeit, die aus der Gesellschaft heraus kommen muss. Das kann man nicht staatlich anordnen.“

Der 45 Jahre alte Christian Nahrwold arbeitet als Altenpflegehelfer im Schichtdienst und verbringt einen großen Teil seiner Freizeit, mindestens aber sechs Stunden in der Woche, im Partnerclub. Er begleitet und unterstützt die Ausbildung behinderter Menschen zu Jugendgruppenleitern, initiierte eine Beteiligung am Sommerferienprogramm der Stadt Schenefeld und organisierte in diesem Jahr erstmals den Schenefelder Inklusionslauf und ein großes Fest zum 35. Geburtstag des Clubs.

„Das ist wirklich beeindruckend und verdient es, gewürdigt zu werden“, sagte Kristin Alheit. Für den Marathonläufer Christian Nahrwold ist es nicht die erste Auszeichnung. Das Kinder- und Jugendprojekt, zu dem er vor einem Vierteljahrhundert durch einen Freund kam, wurde bereits mehrfach im Rahmen des Wettbewerbs „Jugendinitiative mit Pfiff“ geehrt (siehe hierzu auch Seite 4).

In ihrer Rede setzt sich Alheit mit der Debatte um den Begriff des „Abendlandes“ auseinander und warnte davor, ihn denen zu überlassen, die ihn nutzten, „um sich von Menschen anderer Herkunft abzugrenzen, um andere Menschen herabzusetzen“.

SPD-Kreisvorsitzender Thomas Hölck ging in seiner Begrüßung erneut auf die Terroranschläge in Paris ein und bezeichnete sie als Angriff auf Freiheit, Toleranz und Demokratie. Darauf könne die westliche Welt nur antworten, indem sie standhaft für ihre Werte eintrete. „Unsere Demokratie, unsere offene Gesellschaft, unser Respekt vor den Menschenrechten bilden das Gegenmodell zu totalitärer Unterdrückung und zur moralischen Verwahrlosung“, sagte er. Das Leben und Handeln Walter Damms habe sich immer an diesem Wertekompass orientiert. Für den musikalischen Rahmen sorgte der Chor „Rhythm & Voice“.

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erstellt am 06.Dez.2015 | 22:06 Uhr

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