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Uetersener Nachrichten

17. Oktober 2017 | 15:34 Uhr

Sondersitzung : Christdemokraten rudern zurück

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Im zweiten Anlauf hat es geklappt! Thomas Hölck (SPD) ist im Rahmen einer Sondersitzung der Gemeindevertretung zum Finanzausschussvorsitzenden gewählt worden. Während der konstituierenden Sitzung im Juni hatten die Christdemokraten ihn noch in zwei Abstimmungen durchfallen lassen, was zum Auszug der Genossen führte (die UeNa berichteten).

shz.de von
erstellt am 10.Jul.2013 | 18:45 Uhr

Mit drei Ja-Stimmen wurde Hölck nun in geheimer Abstimmung gewählt. Drei Genossen waren zur Sitzung erschienen. Zwei Politiker votierten gegen ihn, sieben enthielten sich. Neun Christdemokraten waren anwesend.

Am Anfang der Sitzung bestand die Möglichkeit, dass die SPD wieder den Saal verlässt, und kein zweites Haseldorfer Mitglied für den Amtsausschuss hätte gewählt werden können. Das Organ hätte sich nicht konstituieren können, die Kommunalaufsicht des Kreises Pinneberg müsste seine Aufgabe übernehmen. Der Fraktionsvorsitzende Boris Steuer erklärte jedoch, dass die SPD eine ordentliche Besetzung der vakanten Posten nicht verhindern wolle.<> Hätte die CDU Hölck ein weiteres Mal abgelehnt, wäre der Ausschussvorsitz länger unbesetzt geblieben. Nach fünf Monaten müsste nach der Gemeindeordnung ein Mitarbeiter der Kommunalaufsicht die Leitung des Finanzgremiums übernommen. Diese politische Peinlichkeit, die anfangs wohl nicht bedacht worden war, haben sich die Christdemokraten mit ihrer Rolle rückwarts erspart.

Boris Steuer (SPD) versuchte anfangs noch Brücken zu bauen, nach dem er zum ersten stellvertretende Bürgermeister gewählt worden war. Er wolle Haseldorf vertreten und das Dorf voran bringen, sagte er. Es gebe relativ viele Baustellen. Nicht personenbezogen, sondern sachbezogen sollte gearbeitet werden. Steuer mahnte bei den Christdemokraten „eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ an.

Doch sein Appell blieb unbeantwortet. Charakteristisch für die sich dann entwickelnde Stimmung, dass Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) den SPD-Fraktionsvorsitzenden Boris Steuer bei der Begründung eines Antrags sowie den SPD-Vorsitzenden Thomas Hölck während eines Redebeitrags unterbrach und sie aufforderte, sich kürzer zu fassen. Nach der Abstimmung über den Vorsitz des Finanzausschusses verlas der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Schübbe eine Erklärung. „Allein im Verhalten von Herrn Hölck“ sei die Ablehung begründet, sagte er. Steuer hakte nach und wollte wissen, warum die Union seinen Parteifreund abgelehnt hatte.

Doch die Christdemokraten wichen aus. „Wir haben die Gründe bei einem Treffen dem SPD-Fraktionsvorsitzenden genannt“, erklärte der Bürgermeister und CDU-Vorsitzende nur. „Traurig“, so Heike Meyer-Schoppa (SPD) an die Adresse der Schwarzen, „dass ihr nicht offen aussprecht, was ihr denkt.“ „Die Meinung des Anderen muss man aushalten können“, ergänzte Hölck. Stefan Nickels (CDU) entgegnete: „Frechheit“.

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