KVIP : Chinabus fährt jetzt in Uetersen

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Nach langer, intensiver Vorbereitung ist die KViP, die Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg mit Sitz an der Bahnstraße, nun stolz darauf, den europaweit ersten vollelektrischen Linienbus auf den Buslinien des Kreises einsetzen zu können. Von sofort an wird das innovative Fahrzeug auf wechselnden Strecken im Liniennetz der KViP unterwegs sein. Der Bus wurde vom Projektpartner EURACOM GmbH aus Berlin in China entwickelt und nach Deutschland importiert.

shz.de von
19. September 2012, 21:04 Uhr

Dass Chinesen für eine Innovation auf deutschen (Kreis Pinneberger) Straßen sorgen, darf gerne erschrecken, ist es doch eine schallende Ohrfeige für die deutsche Bushersteller-Branche.

Die Chinesen bauen Elektrobusse für eine Reichweite bis zu 250 Kilometern, orientieren sich also dabei am Bedarf. Denn mehr Kilometer wird während einer Schicht nicht gefahren. Und zurück auf dem Betriebshof in Uetersen geht es an das Schnellladegerät, mit dem binnen 1,5 Stunden bereits 80 Prozent der Batteriekapazität geladen werden kann. Der Bus, der zunächst im Stadtverkehr unterwegs ist, ist mit Klimaanlage ausgerüstet und hat ein Bremssystem mit Rekuperation. Dabei handelt es sich um ein technisches Verfahren der Energierückführung. Konkret: Bei jedem Bremsvorgang wird Energie erzeugt, mit der die insgesamt zwölf Akkus geladen werden können.

Jürgen Lamla, Geschäftsführer der KViP, sagte gestern, während der Vorstellung des Busses, dass ein solcher Elektrobus nicht nur umweltfreundlich sei, weil er mit elektrischer Energie gespeist werde, die aus regenerativen Quellen stamme, sondern auch wirtschaftlich Sinn (weniger Wartungskosten) mache. Die KViP habe nämlich errechnet, dass die Transportkosten von China bis nach Deutschland in Höhe von 100000 Euro sowie die Umrüstung auf deutsche Zusätze in wenigen Jahren Linienbetrieb amortisiert sind. Zudem sind sie erheblich leiser als dieselbetriebene Fahrzeuge. So sei es nicht auszuschließen, dass nach erfolgreicher Testphase bereits im kommenden Jahr weitere China-Busse angeschafft würden. Ein Elektrobus kostet rund 380000 Euro. Lamla: „Ich freue mich schon auf die Reaktion der Fahrgäste.“

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