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Wettstreit der Dichter : Chantale will die Zeit anhalten

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Freude an gut gewählter Sprache, Spaß an hintergründigem Witz, Bereitschaft, jungen Menschen zuzuhören – das alles hatte das Publikum beim ersten Uetersener Poetry-Slam in der Stadtbücherei.

shz.de von
erstellt am 11.Nov.2011 | 21:38 Uhr

Der Auftakt zu hoffentlich noch vielen folgenden Veranstaltungen des poetischen und satirisch-komischen Wettbewerbs von selbst geschriebenen und gesprochenen Texten macht ganz einfach Mut, dran zu bleiben und literarische Ambitionen in der Rosenstadt weiter zu fördern.

Sieben Schülerinnen, zwei Schüler der Ludwig-Meyn-Schule hatten sich nach einem Poetry-Slam-Workshop am hiesigen Gymnasium auf die Bretter, die dieses Mal in der Stadtbücherei die Welt bedeuteten, getraut und ihre Werke öffentlich gelesen, das Publikum stellte Juroren und ganz viel Beifall. Schnell, spannend, interaktiv, zum Lachen, frech, intellektuell, nachdenklich – ein wahres Feuerwerk prasselte auf den Zuhörer nieder. Ein Genuss, zuzuhören, ein echtes Schmankerl, dabei gewesen zu sein.

Die einzelnen Geschichten waren so individuell wie ihre Schöpfer, Annikas Frage nach Regeln und Moral, Viktorias lächelnde Entscheidung über einen pessimistisch oder optimistisch verbrachten Tag, Benjamins Erlebnisse als König oder Knecht Kunde, Charlottes Deal mit einem gefallenen Engel, Taras tierische Beobachtungen, Franziskas Vorstellungen einer Welt nach ihrem Geschmack, Nils’ drei Geschichten, die sich vor allen Dingen um entzückend weibliches drehten, Jolenes Schrei nach Freiheit und schließlich Chantales Geschichte von dem kleinen, unbeachteten Mädchen in der Pappschachtel, das die Weltuhr anhält und von der Zeit fünf Minuten verschenkt und sich fragt, was die Beschenkten mit der gewonnenen Zeit anfangen.

Schließlich war die Letzte die Erste, Chantale gewann mit ihrem anspruchsvollen Märchen den ersten Uetersener Poetry Slam und ein T-Shirt mit Siegertitel. Gewonnen haben letztendlich aber alle: Nicht nur das originelle Tütchen mit Nudelbuchstaben, das alle Teilnehmer zu weiteren Essays anregen soll, sondern zwei ausgesprochen erfüllende Stunden an Aufmerksamkeit und Entspannung.

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