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Uetersener Nachrichten

18. Oktober 2017 | 06:52 Uhr

ToAll-Abend : Busch gelesen und gesungen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Da hatte der Verein Tornescher Allerlei (ToAll) mit dem Wilhelm-Busch-Abend Kulturinteressierten nicht einfach nur einen unterhaltsamen Abend beschert, sondern sogar eine „Weltpremiere“. Denn der Schauspieler und Sänger Rüdiger Wolff hatte zwar schon Auftritte mit Teilen seines Busch-Programms „ ... und die Moral von der Geschicht“, aber mit dem kompletten Programm stand er im POMM 91 das erste Mal auf der Bühne.

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2012 | 20:25 Uhr

„Ich freue mich, wieder hier in Tornesch zu sein und einen voll besetzten Saal zu sehen“, begrüßte Rüdiger Wolff die so zahlreich erschienenen Kulturinteressierten. Bereits mit seinen Storm- und Kästner-Programmen hatte Rüdiger Wolff, den viele als Bühnen- und Fernsehschauspieler, aber auch als ehemaligen Moderator von Fernseh- oder Radiosendungen schätzen, sein Publikum in Tornesch begeistert. Und auch diesmal war der Funke schnell übergesprungen.

Dass Wilhelm Busch (* 15. April 1832, † 9. Januar 1908) mehr als die Bildergeschichten „Max und Moritz“ oder „Die fromme Helene“ geschrieben hatte, war den Zuhörern natürlich bewusst, und so begaben sie sich voller Erwartung gemeinsam mit Rüdiger Wolff auf eine Reise quer durch das Schaffen des humoristischen Dichters und Zeichners Wilhelm Busch. Und das sozusagen unter dessen Augen, denn ein Busch-Selbstportrait „grüßte“ von der Bühnenwand.

„Busch war ein Einzelgänger. Er wollte als Maler berühmt werden. Um sich über Wasser zu halten, hat er Bildgeschichten verfasst und gilt heute sozusagen als einer der Pioniere des Comics“, so Rüdiger Wolff. Er hatte für sein Programm Gedichte und Texte ausgesucht, die selbstironisch, spöttisch, aber auch gesellschaftskritisch Wilhelm Busch’ typischen unverwechselbaren Humor und seine Beobachtungsgabe verdeutlichten. Einige Texte wie „Fink und Frosch“, „Die Schnecken“, „Es hat ein Müller eine Mühl“, „Die Freunde“, „Wie schad, dass ich kein Pfaffe bin“ oder „Der Schlusschor“ hat Rüdiger Wolff auf ganz unterschiedliche Weise vertont und damit in seinem Programm auch einen musikalischen Bilderbogen von Balladen über moritatenhafte Kompositionen bis hin zum Tango gespannt. Natürlich las Rüdiger Wolff auch aus „Plisch und Plum“ und „Geschichten für Neffen und Nichten“ sowie sein Lieblingskapitel „Lehrer Lämpel“ aus „Max und Moritz“ vor. Und die Moral von der Geschicht? Bei Busch kriegen alle ihr Fett weg und eigentlich siegt am Ende doch immer das Gute. Und in Busch steckt nicht nur Heiterkeit, sondern auch viel Nachdenkliches.

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