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Personalie : Bürgermeisterin Bärbel Thiemann tritt zurück

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Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Bärbel Thiemann hört auf! Die Neuendeicher Bürgermeisterin legt ihr Mandat mit Wirkung zum 30. April nieder und tritt nach 18 Jahren von ihrem Führungsamt zurück. Damit holt sie nach, was sie ursprünglich schon zur jüngsten Kommunalwahl tun wollte, dann aber mit Rücksicht auf ihre Partei nicht tat. So überrascht allenfalls der Zeitpunkt, den sie jedoch mit Bedacht wählte.

„Alle aktuellen Projekte in der Gemeinde sind angeschoben und laufen gut. Außerdem steht die Sommerpause bevor, so dass ein Nachfolger ausreichend Zeit hat sich einzuarbeiten“, sagte sie. Damit endet eine kommunalpolitische Karriere, die in mancherlei Hinsicht einzigartig war. Wir erinnern uns: Bärbel Thiemann ist die Wunschkandidatin ihres Vorgängers Heinz Bockwoldt. Kaum hat die Wahl-Neuendeicherin Anfang der 1990er Jahre ihre Bereitschaft erklärt, die CDU-Fraktion personell zu verstärken, entdeckt er das politische Talent der „Deern“. Aufgeschlossen, freundlich, engagiert, flexibel und eine aus- gezeichnete Netzwerkerin – in Bärbel Thiemann sieht Heinz Bockwoldt die ideale Bürgermeisterin für sein Dorf. Als er drängt, nimmt sie ihren Mut zusammen und die Herausforderung an. Am 19. April 1994 wird sie vereidigt und ist damit nahezu allein unter Männern. Kolleginnen im Kreis Pinneberg? Fehlanzeige! Auch landesweit hat sie fast Exoten-Status.

Bärbel Thiemann packt an. Ihr wichtigstes Ziel: Sie will Neuendeich fit für die Zukunft machen, das Leben im Dorf so gestalten, dass es attraktiv ist für junge Menschen und Familien.

Unter ihrer Federführung wird aus der Spielstube ein Kindergarten mit eigenem Haus. Das neue Baugebiet spornt andere kleine Kommunen an, dem Beispiel zu folgen. Vier Jahre lang kämpft sie um die Sanierung der Radwege im Dorf und ist jetzt endlich am Ziel. In ihre Amtszeit fällt der Bau des Pferdeausbildungs- und Zucht-stalles von Sören von Rönne, sie setzt sich für eine zeitgemäße Breitbandversorgung im Dorf ein und hat auch damit Erfolg. Mit Geduld und einer großen Portion Hartnäckigkeit schafft sie Strukturen, von denen Neuendeich auch in Zukunft profitieren wird. Ihr Wort gilt viel im Kollegenkreis, selbst in Kiel ist ihr Name ein Begriff. Ihr vielleicht größter Verdienst aber ist die touristische Präsenz der Region.

Nun möchte die 71-Jährige die Verantwortung abgeben. „Die habe ich immer sehr ernst genommen“, sagt sie. Nach gravierenden Veränderungen im privaten Bereich muss sie ihren Weg neu ausrichten und hofft, dass Ratsmitglieder, Parteifreunde und Amtskollegen die Entscheidung respektieren. Ein Nachfolger ist derzeit nicht in Sicht.

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erstellt am 02.Apr.2012 | 21:45 Uhr

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