Neujahrsempfang : Bürgermeister rechnet mit Uetersen ab

Karl-Heinz Weinberg hat die Haltung Uetersener Politiker in der Frage eines neuen Supermarktes in Moorrege erneut kritisiert. Der Bürgermeister warf ihnen eine „Blockadehaltung“ vor, mit der sie vorwiegend eigene Interessen verfolgten. „Auch die zentralen Orte wie die Stadt Uetersen profitieren von den positiven Entwicklungen in den Umlandgemeinden“, sagte er während des Neujahrsempfangs seiner Gemeinde vor 500 geladenen Gästen.

shz.de von
15. Januar 2012, 21:47 Uhr

Der Seitenhieb auf den städtischen Nachbarn war nach den monatelangen Unstimmigkeiten erwartet worden. Tief sitzt der Groll, groß ist das Unverständnis über das Nein aus Uetersen zu den Planungen für das neue Gewerbegebiet Schafweide. Wer in einem gesunden Wachstum eine Fehlentwicklung sehe, dem fehle der Blick für das Ganze, rüffelte Weinberg. Den Bürgern versprach er, an der maßvollen Haushaltspolitik festzuhalten, um die Gemeinde auch in Zukunft schuldenfrei halten zu können und die nachkommenden Generationen nicht mit Verbindlichkeiten zu belasten.

Gleichzeitig verwies Karl--Heinz Weinberg auf die zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen für finanzstarke Kommunen. Hintergrund ist das Hilfspaket für finanziell angeschlagene Städte und Kreise. Das Geld dafür stammt unter anderem aus den Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs.

„Indirekt verzichtet somit auch Moorrege auf einen Teil der Schlüsselzuweisungen, damit verschuldeten Städten geholfen werden kann“, sagte er in Anspielung auf Uetersen. Weinberg erneuerte seine Forungen, die Finanzhilfe müsse mit klaren Bedingungen und Zielvorgaben verknüft werden. In seiner immer wieder von Beifall unterbrochenen Rede forderte der Moorreger Bürgermeister weniger Bürokratie sowie eine Energiewende auf Grundlage eines „vernünftigen Energiekonzeptes“ und bezeichnete den Ausbau regenerativer Energien als Herausforderung.

Begeistert verfolgten die Besucher das musikalische Rahmenprogramm mit Beiträgen von Kindern und Jugendlichen sowie Gastauftritt von Anite Stroh (Violine) und Marianna Nevolovitsch (Klavier) aus dem Umfeld des Dirigenten Robert Stehli. Stehli gehörte zu den insgesamt 70 Ehrengästen des Moorreger Neujahrsempfanges, darunter auch Propst Thomas Drope, CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier, Udo Prinz von Schoenaich-Carolath und Schulkommandeur Oberst Klaus-Christian Kuhle.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert