Bürgerinitiative attackiert Krügel

KRITIKTornescher Bürgermeister würde Wahlkampf betreiben und den Einsatz der Streiter für mehr Bahnhalte untergraben

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29. März 2017, 18:00 Uhr

Mit deutlichen Worten hat die Bürgerinitiative (BI) „Dorfbahnhof? Nein Danke! Starke Schiene im Kreis Pinneberg“ den Tornescher Bürgermeister Roland Krügel (CDU) kritisiert. In einem offenen Brief werfen die Streiter für mehr Bahnhalte in der Region dem Verwaltungschef unter anderem Wahlkampf auf Kosten der BI sowie eine unangemessene Kritik an Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) vor. Krügel wollte sich zu den Vorwürfen zunächst nicht äußern.

„Die Bürgerinitiative verwahrt sich ganz ausdrücklich gegen die Versuche des Tornescher Bürgermeisters, das Wirken der Bürgerinitiative in den politischen Landtagswahlkampf hineinzuziehen“, heißt es in dem Schreiben. Grundlage der BI-Arbeit sei die Überparteilichkeit. Dieses Prinzip verletze Krügel, wenn er den Eindruck erwecke, dass die Bahnanbindung der Grund dafür sei, dass eine „große Firma“ [Hawesko, wir berichteten; Anm. d. Red.] Arbeitsplätze von Tornesch nach Hamburg verlagert. Mit seiner Kritik am Verkehrsminister, der laut Krügel nicht für eine angemessene Bahnanbindung sorge, rede der Bürgermeister nicht nur Tornesch schlecht, sondern untergrabe auch den Einsatz der BI für mehr Zughalte in der Stadt.


Kritik auch am CDU-Fraktionschef


Auch der Fraktionschef der Tornescher Christdemokraten, Christopher Radon, kriegt sein Fett weg. Er würde zwar Meyer für die fehlenden Bahnhalte kritisieren, habe allerdings noch nie an einer Sitzung der BI teilgenommen, heißt es in dem Brief, der von BI-Sprecherin Gisela Hüllmann unterzeichnet ist.

Im Übrigen bedanken sich die BI-Mitglieder „im Namen aller Bahnpendler und Nutzer“ bei Nah.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers, Nordbahn-Geschäftsführer Nis Nissen sowie Meyer für „die konstruktiven Gespräche und das bisher Erreichte“.

Krügel erreichte der offene Brief gestern Nachmittag. Er wolle sich zu der Kritik zunächst nicht äußern, sondern vielmehr das Gespräch mit den BI-Vertretern suchen, sagte er im UeNa-Gespräch.

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