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Cäcilie-Bleeker-Park : Bürger machen sich jetzt selbst ein Bild

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die Stadtverwaltung hat hinsichtlich der Zerstörung der historischen Grabplatten für Transparenz gesorgt. Seit gestern befindet sich ein entsprechender Hinweis auf der Homepage der Stadt. Neben der Zusammenfassung der Ereignisse (wir berichteten) ist nun auch der bislang als „geheim“ eingestufte Schriftverkehr als Anlage erhalten. Aus einer E-Mail geht hervor, dass die Baubetriebshofleiterin die Bürgermeisterin am 1. Juni unterrichtet hat, also am Tag der Ausführung selbst.

In der Anlage 4 (das Schreiben ist an das Büro der Bürgermeisterin und an das Bauamt gerichtet) heißt es: „...ich möchte informieren, dass wir ab heute auf dem Alten Friedhof die Zahl der liegenden Grabsteine reduzieren werden...“

„Für das Entfernen und sofortige Zerstören der Grabplatten lag kein Auftrag aus dem Rathaus vor. Die Maßnahme stellte eine Kompetenzüberschreitung dar. . .“, informierte Bürgermeisterin Andrea Hansen über die UeNa die Öffentlichkeit bereits vor einigen Wochen. Sie übernahm auch die politische Verantwortung für das Geschehen. Ihre Unterrichtung am 1. Juni beschreibt sie wie folgt. „Erst am Einsatztag (1. Juni) erfolgte eine kurze Unterrichtung des Rathauses. Diese Mitteilung enthielt zudem Fehlinformationen und erweckte den Eindruck einer zulässigen und sachgerechten Umsetzung.“ Insofern unterblieb wohl auch eine sofortige Intervention. Aus der Anlage 1 geht nun hervor, dass eine solche offensichtlich durch die Baubetriebshofsleiterin, also von der Auftraggeberin, am 11. Juni erfolgte. Das Telefonat mit einem Uetersener Entsorgungsunternehmen ergab, dass die Steine bereits zerschreddert worden waren.

Die Anzahl der zerstörten Steine wird auf 100 geschätzt. UeNa-Recherchen zufolge dürften es weit mehr gewesen sein. Im „Vermerk“ der Anlage 1 wird die Anzahl der nach wie vor existenten Grabplatten auf dem Cäcilie-Bleeker-Park mit 37 angegeben, zudem sollen sich 14 stehende Grabsteine auf dem rund einen Hektar großen Park befinden. Der Hauptausschuss und vermutlich auch die Ratsversammlung werden sich nach den Sommerferien erneut mit dieser Angelegenheit befassen.

Hauptausschussvorsitzender Andreas Stief (CDU) möchte nach wie vor wissen, warum der Baubetriebshof mit der Reduzierung der Grabplatten begonnen hatte, obwohl das Bauamt die Baubetriebshofleiterin darauf hingewiesen hatte, dass weder das Denkmalamt in Pinneberg noch die Klosterkirchengemeinde (Vertragspartner mit der Stadt) einer Reduzierung zustimmen würde.

Wer also erteilte die Erlaubnis?

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erstellt am 06.Aug.2015 | 17:38 Uhr

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