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Kriminalstatistik 2015 : Bürger können ruhig schlafen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Die jährlich veröffentlichte Kriminalstatistik der Polizei umfasst alle registrierten Straftaten. Sie beleuchtet also das so genannte Hellfeld. Im Dunkeln verbleiben alle Straftaten, die verübt aber nicht zur Anzeige gebracht wurden.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2016 | 19:12 Uhr

Hans-Otto Crantz und Thomas Woldt stellten jetzt die Kriminalstatistik 2015 für Uetersen und Tornesch vor.

In der Rosenstadt nahmen die Beamten 1790 Strafanzeigen auf oder fertigten selbige an. Das, so Crantz, neuer Stationsleiter, sei ein Plus von fünf Prozent. Statistisch ist es somit so, dass es relativ wahrscheinlich sei, in Uetersen Opfer einer Straftat zu werden. Die Statistik könnte aber auch ausdrücken, dass das Anzeigeverhalten der Bürger in Uetersen besonders hoch ist.

Und so ist es auch: In der Rosenstadt (sowie in den Gemeinden für die die Polizei bereits 2015 zuständig gewesen ist, also Moorrege, Heist, Neuendeich, Haselau und Haseldorf) werde bereits der kleinste Kratzer zur Anzeige gebracht. Das sei zwar richtig, doch daher müsse die Statistik vorsichtig interpretiert werden, so die beiden Beamten, die gleichzeitig auf die besonders hohe Aufklärungsquote hinwiesen.

In Uetersen liegt diese bei 56,7 Prozent. Man kenne die Täter vielfach, so Woldt, der in Uetersen den Ermittlungsdienst leitet und der stellvertretender Stationsleiter ist. Man könne in Uetersen jedoch nach wie vor von einem sozialen Brennpunkt im Kreis Pinneberg sprechen – gleich nach Elmshorn.

Die Anzahl der Betäubungsmitteldelikte sei in Uetersen sehr hoch. Sie habe 2015 bei 149 Fällen gelegen (2014: 87). Vielleicht, so die Beamten, liege das mit daran, dass Marihuana gesellschaftsfähig geworden ist. Hinkt der Gesetzgeber der Wirklichkeit also hinterher? Schon lange wird auch auf politischer Ebene diskutiert, Haschisch und Marihuana zumindest teilweise zu legalisieren. Entschieden wurde indes bislang nichts.

Die Anzahl der festgestellten Ladendiebstähle stieg von 72 in 2014 auf 105. Positiv hingegen: Die Anzahl der Rohheitsdelikte wie Körperverletzung ist von 239 auf 217 gesunken. Bei diesen körperlichen Auseinandersetzungen handele es sich grundsätzlich um Beziehungstaten. Opfer und Täter würden sich kennen, so Woldt. Man trifft im selben Milieus aufeinander. Die Bürger würden solche Auseinandersetzungen also in der Regel nicht betreffen, so die beiden Polizisten.

Rückläufig sei auch die Zahl der Sachbeschädigungen (von 255 auf 222). Die Anzahl der Wohnungseinbrüche sei in Uetersen gleich geblieben. Angezeigt worden seien in 2014 und 2015 jeweils 21 Taten. Ebenfalls kaum ins Gewicht fallen in Uetersen Fahrraddiebstähle. Sorge bereitet der Polizei die Anzahl der Ausländerkriminalität, welche stark überproportional zum Anteil dieser Menschen an der Bevölkerung (etwa zwölf Prozent) ist. Fast jede dritte Tat (29, 2 Prozent) werde von Ausländern verübt. Man werde das im Auge behalten müssen, so Crantz.

Im Kreisgebiet liege der Anteil der festgestellten Straftaten, die von Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit verübt wurden, bei 25,7 Prozent. Deren Anteil an der Bevölkerung beträgt unter zehn Prozent.

Die beiden Polizisten sagten, dass die in Uetersen registrierten Flüchtlinge als Straftäter nicht in Erscheinung getreten seien.

Ihr Fazit: Die Bürger könnten sich weiterhin sicher fühlen. Schwere Straftaten seien milieubedingt oder häuslicher Natur.

Ein Bereich taucht in der Statistik nicht auf: Die Internetkriminalität. 200 diesbezügliche Fälle mögen es im vergangenen Jahr wohl in Uetersen und Tornesch gewesen sein, geben die Beamten zu bedenken.

In Tornesch wurden 2015 899 Straftaten festgestellt. Das sei, so Crantz, ein Rückgang um 9,6 Prozent. Seit Jahren schon würde die Kriminalität in Tornesch sinken. Die Aufklärungsquote lag 2015 bei 48,1 Prozent.

31 Delikte im Bereich der verbotenen Betäubungsmittel wurden festgestellt, 2014 waren es 29. Hingegen sank die Anzahl der Rohheitsdelikte (von 120 auf jetzt 97).

Auffällig ist die große Zahl der Wohnungseinbrüche. Sie stieg signifikant von 23 auf 34 an. Auf einem hohen Niveau bewegen sich auch die schweren Fahrraddiebstähle. Die Straftaten sanken gegenüber 2014 (105) nur leicht (92).

Die Quote der von Ausländern verübten Straftaten liegt bei 18,4 Prozent (2014 15,8 Prozent), ebenfalls überproportional zum Anteil an der Bevölkerung.

Fazit für Tornesch: Festgestellt wurde die niedrigste Anzahl verübter Straftaten seit Jahren. Zurückzuführen sei das womöglich auf die Präventionsarbeit an Tornescher Schulen, die auch jetzt, nach der Fusion der Tornescher Station mit Uetersen, fortgesetzt werden soll.

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