F-Planänderung für Wohnbebauung : Bürger empört über Planvorhaben

Bis auf den letzten Platz besetzt war der Besprechungsraum des Gemeindezentrums, in dem am 29. Juni, die Gemeindevertretung tagte. So groß war das Interesse von Bürgerinnen und Bürgern an den Themen, mit denen sich das Gremium beschäftigte.

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01. Juli 2015, 19:59 Uhr

Und dazu gehörten unter anderem Änderungen des Flächennutzungsplanes für ein Grundstück an der Ecke Hauptstraße/Jägerstraße beziehungsweise für Flächen zwischen Drosselstieg und Rue de Challes und die Beschlussfassung über dazugehörende Bebauungsplanentwürfe. Zum Vorhaben, aus einem landwirtschaftlich genutzten Grundstück an der Hauptstraße/Jägerstraße ein Gewerbe- oder Mischgebiet am Ortsrand mit Erschließung von der Hauptstraße aus zu machen, gab es keine öffentliche Kritik von Bürgerseite. Die Politiker bestätigten die bereits im Bauausschuss gefassten Beschlüsse zum F-und B-Planentwurf.

Aber die Planungen für eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein Feuchtgebiet mit Waldfläche zwischen Drosselstieg und Rue de Challes rief Entrüstung einiger Anwesender hervor. Die F-Planänderung und ein B-Plan sollen für eine abschnittsweise Wohnbebauung in drei Quartieren auf den Weg gebracht werden. Knackpunkt für einige Anlieger und auch Nabu-Mitglied Gerda Veithoefer ist das Quartier, das über Jahrzehnte als Wald- und Feuchtgebiet Tieren mitten im Ort Schutz und Heimat bietet. „Dort gibt es Kröten, Rehe und rote Waldameisen. Auch Falken brüten dort. Wie kann die Gemeinde so ein Refugium für Bebauung hergeben wollen“, empörten sich Anlieger und kündigten rechtliche Schritte an.

Auch Gerda Veithoefer, die seit 40 Jahren mit Grundschülern und Ehrenamtlichen jedes Jahr im Frühjahr zum Schutz der zum Laichplatz wandernden Kröten einen Zaun zwischen dem Feuchtgebiet und der Hauptstraße aufstellt, war entsetzt. „Muss denn das ganze Dorf zugebaut werden und dann noch an so einer Stelle?“, warf sie Bürgermeister Udo Tesch (SPD) vor. „Das entscheide nicht ich, sondern die Gemeindevertretung“, so seine Antwort. Egbert Hagen (CDU) hatte dafür plädiert, die F-Planänderung nur für die beiden anderen Grundstücke aufzustellen. „Ich befürchte Klagen, die das Feucht- und Waldgebiet betreffen und dann könnte im Zweifelsfall auch der F-Plan für die anderen beiden Quartiere zum Erliegen kommen“, so Egbert Hagen.

Eine F-Planänderung in Einzelteilen sei kostenaufwendiger, merkte Anne Nachtmann vom Büro „dn Stadtplanung“ an. Mit zwei Gegenstimmen der  CDU und zwei Enthaltungen der SPD wurden die F-Planänderung und der B-Planentwurf verabschiedet.

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Politiker machten deutlich, dass die Verdichtung des Ortskerns eine Forderung des Landes sei und auch der Besitzer des Waldgrundstückes Klarheit möchte, was damit werden könnte. In der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung, die auch für die F-Planänderung erfolgt, und im Zuge der Auslegung werden sich die Träger öffentlicher Belange dazu äußern und haben auch die Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken zu nennen. „Wir müssen es auf den Weg bringen, damit wir Klarheit haben, ob überhaupt eine Bebauung möglich ist“, so SPD-Politiker Michael Behrmann.

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